Wird Rudi Völler (l.) der Nachfolger von DFB-Direktor Oliver Bierhoff? Dann würde Hertha-Manager Fredi Bobic seine Mission in Berlin fortsetzen.
Wird Rudi Völler (l.) der Nachfolger von DFB-Direktor Oliver Bierhoff? Dann würde Hertha-Manager Fredi Bobic seine Mission in Berlin fortsetzen. Imago/Horstmüller

Kommt nun doch alles anders? Eigentlich sah man sich bei Hertha BSC bereits chancenlos. Wenn der DFB ruft, wird man Manager Fredi Bobic (51) nicht halten können. Zu groß ist die Verlockung für den Manager, zu groß ist die Macht des Verbandes. Zwar kursierten auch allerlei andere Namen, doch Bobic galt als Kandidat Nummer eins auf die Bierhoff-Nachfolge beim DFB. Doch nun wird ein ehemaliger Bundesliga-Manager ins Spiel gebracht, der – wie Bobic – zumindest nicht abgeneigt scheint. Rettet Rudi Völler Hertha BSC?

Intern bereitete man sich bei Hertha für den Fall der Fälle vor. Alles andere wäre unprofessionell. Denn noch im Januar und nach nur eineinhalb Jahren könnte Bobics Amtszeit als Boss von Hertha BSC schon wieder zu Ende gehen. Zwar wäre Hertha um einen satten Millionen-Betrag reicher (Gehalt und Ablöse). Gleichzeitig würde der Klub wohl in noch unsicheres Fahrwasser geraten.

Neben Bobics Profil als Projektmanager war Herthas Manager auch in der Pole Position beim DFB, weil andere Top-Kandidaten wie Matthias Sammer direkt abwinkten. Dafür brachte Sammer Lothar Matthäus als Sportdirektor ins Spiel, der jedoch auch sofort und in aller Deutlichkeit absagte: „Man kann sich gerne treffen, aber ich werde mich nicht im Tagesgeschäft des DFB einmischen.“

Bierhoff-Nachfolger: Rudi Völler sagt wie Hertha-Boss Bobic nicht ab

BVB-Berater Matthias Sammer (r.) wurde als Bierhoff-Nachfolger gehandelt, sagte aber – anders als Hertha-Boss Fredi Bobic – dem DFB direkt ab.
Imago/Revierfoto 
BVB-Berater Matthias Sammer (r.) wurde als Bierhoff-Nachfolger gehandelt, sagte aber – anders als Hertha-Boss Fredi Bobic – dem DFB direkt ab.

Anders klang das bekanntlich bei Bobic. Herthas Boss sagte „Jein“, fühlte sich geschmeichelt und ließ sein Interesse am DFB-Job durchblicken. Ähnlich wie Bobic macht es nun auch Völler (61).

„Grundsätzlich sieht meine Lebensplanung anders aus“, erklärte der einstige Bundestrainer der Bild. Eine Absage klingt anders. Und: Für eine konkretere Stellungnahme war Völler vorerst nicht zu erreichen.

Bereits einmal half der Weltmeister von 1990 dem DFB aus der Patsche, als er nach dem Vorrunden-Aus bei der EM 2000 als Teamchef und Platzhalter für Christoph Daum einsprang, der keine Freigabe aus Leverkusen erhalten und sich später mit seinem Kokser-Skandal aus dem Geschäft katapultiert hatte. Völler machte weiter und führte die DFB-Elf bei der WM 2002 in Japan und Südkorea überraschend bis ins Finale. Zwei Jahre später und nach einem erneuten EM-Desaster trat Völler zurück. 

Bierhoff-Nachfolger: Rudi Völler half dem DFB bereits aus der Patsche

Fakt ist: Völler fühlt sich dem DFB mindestens so verbunden wie seinem Langzeit-Arbeitgeber Bayer Leverkusen, wo er seinen Job als Geschäftsführer erst vergangenen Sommer an den Nagel hängte. Gut möglich also, dass Rudi nochmals schwach wird. Sein halbgarer Satz über seine Lebensplanung könnte ein erster Indiz sein.

Bedeutet für Hertha: Die Blau-Weißen, wo angesichts des Sparkurses und den Verhandlungen mit dem neuen Investor 777 Partners richtungsweisende Entscheidungen anstehen, können wieder hoffen, dass Bobic doch an Bord bleibt.

Bobic als Bierhoff-Nachfolger: Das Hertha-Zittern ist bald vorbei

Für Matthäus wäre der Hertha-Boss genau der richtige Bierhoff-Nachfolger: „Er hat tolle Arbeit geleistet, kennt den DFB und die DFL in- und auswendig. Das wäre eine sehr gute Besetzung. Er sagt, was Fakt ist und eiert nicht rum. Wir brauchen klare Ansagen und klare Wege beim DFB.“

Die bräuchte auch Hertha, um planen zu können. Immerhin: Das große Hertha-Zittern könnte schon bald vorbei sein. Am 19. Januar tagt das DFB-Gremium um Präsident Bernd Neuendorf ... 

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