Komplett im irdischen Leben: Prince Boateng und seine Valentina Fradegrada nach der Trauung in Radiocondoli nahe Siena. Foto: Instagram

Viele winken ab und ätzen: Bei dem reicht es ja nicht mal mehr für 90 Minuten. Andere – und vorne weg er selbst – entgegnen: Na und! Das, was viele können, war für Kevin-Prince Boateng (35) schon immer ein paar Nummern zu klein. Prince fühlt sich nur wirklich wohl in der ganz großen Rolle. Erst rettet er mal schnell die (Hertha-)Welt, dann hebt er ab ins All. Für seine dritte Eheschließung. Boateng heiratet seine Verlobte Valentina Fradegrada (31) auf dem Mond.

Das waren zuletzt turbulente Tage, aber da war Boateng so richtig in seinem Element. Mit Monster-Mentalität und Einsatz bis zum Umfallen führte er Hertha BSC zum kaum noch für möglich gehaltenen Klassenerhalt in der Bundesliga, stellte fürs entscheidende Relegations-Rückspiel beim HSV (2:0) mit Genehmigung von Trainer-Guru Felix Magath (68) sogar die Mannschaft auf.

Prince Boateng: Reale Hochzeit im Freien

Kaum war dieses Kapitel im Helden-Epos geschrieben, stand das nächste Projekt an. Andere heiraten, Boateng zelebriert. Und das auch noch doppelt.

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In der realen Welt gaben sich der Fußball-Star und die Influencerin, die das verkehrt herum getragene Oberteil einer Badebekleidung zum Modetrend machte (Upside-Down-Bikini), im Freien auf den Hügeln am 914-Einwohner-Ort Radiocondoli nahe der toskanischen Stadt Siena das Ja-Wort.

Prince Boateng: Digitales Ja-Wort auf dem Mond

Virtuell ging es dazu via Metaverse (hier verschmilzt in 3D physikalische mit erweiterter und virtueller Realität/der neue heiße Scheiß im Internet für diejenigen, die vom normalen Leben nicht genug haben) auf den Erdtrabanten. Prince und seine Prinzessin wollten dort heiraten, wo sich zuvor noch nie jemand traute – auf dem Mond.

Abgehoben auf dem Mond: die digitale Trauung von Prince Boateng und Valentina Fradegrada. Foto: Instagram

Die Illusion wurde in 3D-Technologie erstellt. Eine limitierte Anzahl von Fans konnte für rund 50 US-Dollar „live und vor Ort“ dabei sein. Die Einnahmen sollen an Fradegradas Stiftung für Familien in Not gehen. Hochzeitsplaner Enzo Miccio veröffentlichte Fotos der frisch Vermählten und ein Bild des digitalen Teils der Trauung.

Manager Fredi Bobic sucht eine Lösung

Für die Flitterwochen wären dann wohl eine Kreuzfahrt zum Mars oder 14 Tage Spa-Urlaub in Atlantis angemessen. Virtuell, versteht sich. Denn real hätte Boateng mit beiden ein zeitliches Problem. Denn auf den Helden wartet die nächste irdische Mission: Am 20. Juni legt Hertha wieder los.

Eigentlich sollte die Rettung in Hamburg das letzte Profispiel des Berliners sein. Doch hinterher war das Karriere-Ende kein Thema mehr. Boateng stellte zufrieden und breit lächelnd fest: „Ich hab allen gezeigt, dass ich noch mithalten kann.“

Hertha-Manager Fredi Bobic (50) wollte im Überschwang der Erleichterung seinen Leitwolf auch nicht einfach so verabschieden: „Wir werden uns in Ruhe zusammensetzen und schauen, was möglich ist.“ Angeblich im Gespräch: Prince hängt noch ein Jahr als Spieler dran, wird dann Sportdirektor.

Trainer Sandro Schwarz will Gespräch mit Boateng

Ob das Modell auch Zukunft hat, das entscheidet Sandro Schwarz (43) mit. Herthas neuer Trainer scheint zumindest nicht abgeneigt, sagte Anfang Juni: „Wir werden ein persönliches Gespräch führen. Nicht am Telefon, sondern einfach ein offenes, ehrliches, persönliches Gespräch. Dann werden wir die Entscheidung treffen. Mir ist es wichtig, erst mal mit dem Spieler persönlich zu sprechen. Seine Gefühlslage zu fühlen, seine Sichtweise zu hören, um mir ein endgültiges Bild davon zu machen.“

Dass es nicht für jedes Spiel und dann wohl auch nicht für 90 Minuten reichen wird, ist letztlich wurscht. Schwarz muss nur zu der Erkenntnis kommen: Wenn’s (Boat)eng wird, ist Prince zur Stelle.

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