Herthas Peter Pekarik ist seit über 15 Jahren Nationalspieler der Slowakei. Jetzt verzichtet er auf Länderspiele. Imago Images/Kireev

In der höchsten Not ist Herthas Mister Zuverlässig da – und bleibt auch da! Peter Pekarik (35), dienstältester Hertha-Profi mit knapp zehn Jahren, ist für den neuen Chefcoach Felix Magath gerade das wichtigste Bindeglied zum Team. Jetzt setzt der slowakische Nationalspieler im Abstiegskampf ein Signal und fährt nächste Woche nicht zu den Länderspielen in Norwegen (25. März) und Finnland (29. März). Pekarik: „Ich kann doch jetzt nicht fahren, Hertha ist wichtiger!“

Der rechte Außenverteidiger, oft war er schon abgeschrieben, erlebt seit zwei Jahren seinen dritten Frühling bei Hertha. Der Verein hat ihm in zehn Jahren so viel gegeben. Jetzt will er mit vollem Einsatz und Engagement zurückzahlen. Der eher ruhige Mittdreißiger Pekarik erhält bei Magath eine völlig neue Rolle. Er soll gemeinsam mit Kapitän Dedryck Boyata das Team im Kampf um den Klassenerhalt in den restlichen acht Spielen anführen.

Pekarik wurde mit Magath Meister

Schon in Wolfsburg arbeiteten Pekarik und Magath zusammen. Imago Images/Rust

Hintergrund: Magath kennt Pekarik noch aus gemeinsamen Wolfsburger Zeiten, er war dort Stammspieler, als die Wölfe mit dem Coach 2009 Meister wurden. Magath hatte es schon süffisant gesagt: „Ich denke, der eine oder andere Spieler hat sich bei ihm erkundigt, wie schön das jetzt wird in den nächsten Tagen.“

Pekarik wurde sofort von Magath zum Leitwolf befördert. Mittwoch nach dem Training bat „Quälix“ den Slowaken, Boyata und Santiago Ascacibar auf dem Platz noch zur Besprechung. Als Pekarik danach vom Rasen ging, erklärte er dem KURIER-Reporter: „Ja, klar, ich werde auf die Länderspiele mit der Slowakei verzichten. In der jetzigen schwierigen Situation, in der wir bei Hertha stecken, werde ich hier bleiben. Das ist für mich eine Selbstverständlichkeit.“

Verzichten noch andere Nationalspieler auf Länderspiele?

Peter Pekarik und Felix Magath. Zwei, die sich verstehen. Imago Images/Nordphoto/Engler

Das sagt Pekarik! Der loyale Peter ist in der Slowakei eine lebende Legende. 108 Länderspiele seit 2006. Er war für das kleine Land bei der WM 2010 und den EMs 2016 und 2021 dabei. Doch jetzt zählt für ihn nur Hertha.

211 Spiele machte Pekarik bisher für die Blau-Weißen. Oft unterschätzt, weil er kein Mann der großen Sprüche ist. Jetzt weiß er, dass er die wohl acht wichtigsten Partien seiner Karriere bei Hertha macht. Er übernimmt Verantwortung. Dabei ist seine Zukunft ungewiss. Sein Vertrag läuft zum Saisonende aus. Doch daran denkt er gerade nicht. Für ihn geht es nur um Herthas Klassenerhalt. Mal sehen, ob in den nächsten Tagen noch andere Nationalspieler dem Beispiel folgen werden …

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