Zwei ehemalige Hertha-Spieler aus verschiedenen Generationen sind vereint. Per Skjelbred und Trainer Kjetil Rekdal wollen Rosenborg Trondheim in Norwegen wieder ganz nach oben bringen.
Zwei ehemalige Hertha-Spieler aus verschiedenen Generationen sind vereint. Per Skjelbred und Trainer Kjetil Rekdal wollen Rosenborg Trondheim in Norwegen wieder ganz nach oben bringen. imago images/NTB/Larsen

Das ist die schönste Hertha-Weihnachtsgeschichte. Und sie kommt aus Norwegen! Dort, wo die Polarlichter am Nachthimmel glitzern, haben sich zwei ehemalige blau-weiße Helden, deren Wege sich vorher nie kreuzten, bei Erstligist Rosenborg Trondheim gefunden. Der frühere Publikumsliebling Per Skjelbred (35, von 2013 bis 2020 bei Hertha) spielt unter Herthas Ex-Kapitän und jetzigem Trainer Kjetil Rekdal (54, von 1997 bis 2000 bei Hertha). Das klappt so gut, dass der norwegische Rekordmeister nach schweren Jahren wieder von der Champions League träumen kann.

„Wir sind uns ein paar Mal begegnet, doch zusammengearbeitet hatten wir vorher nie. Nicht mal in der Nationalelf haben wir noch zusammengespielt, da waren zu viele Altersjahre dazwischen“, fängt Rekdal an zu erzählen. Er redet von Skjelbred, in Berlin besser bekannt unter „Schelle“.

Herthas Skjelbred ging 2020 zu Trondheim

Sieben Jahre Vollgas für Hertha BSC. Die Fans haben Per Skjelbred bis heute tief ins Herz geschlossen.
Sieben Jahre Vollgas für Hertha BSC. Die Fans haben Per Skjelbred bis heute tief ins Herz geschlossen. imago images/Koch

Viele Hertha-Fans weinen dem sympathischen Wikinger, der für sieben Jahre Mega-Teamplayer und Kämpfer war, noch immer Tränen hinterher. Im Sommer 2020 ging der Mittelfeldspieler zurück in seine Heimat nach Trondheim. Karriere ausklingen lassen bei seinem Heimatklub. Da ahnte er noch nicht, wer anderthalb Jahre später sein Trainer wird.

Rekdal war Kapitän zu Herthas Glanzzeiten

Kjetil Rekdal hatte mit Hertha viel zu jubeln. Der Klub schaffte es 1999/2000 in die Champions League.
Kjetil Rekdal hatte mit Hertha viel zu jubeln. Der Klub schaffte es 1999/2000 in die Champions League. imago images/Contrast

Im Dezember 2021 unterschrieb Coach Rekdal, der zu Herthas Glanzzeiten in der Champions League Kapitän war, einen Vertrag bis 2024. „Wir sind jetzt Dritter in der Meisterschaft (die Saison endete im Dezember, Anm. d. Red.) geworden. Das ist schon mal okay. Die Stimmung um den Verein ist wieder positiver“, erklärt Rekdal und ergänzt: „Wir haben ein junges Team und Per hilft uns als erfahrener Vollprofi sehr – in der Kabine und auf dem Platz.“

Rekdal über Skjelbred: „Per glüht noch jeden Tag“

Rekdal erzählt nur eine Anekdote über Skjelbred, die eigentlich alles aussagt: „Im Oktober hatten wir in Kristiansund zur Pause 1:3 zurückgelegen. Dann habe ich Per zur zweiten Halbzeit gebracht. Eine halbe Stunde später stand es 4:3 für uns. Leider haben wir dann in der Nachspielzeit noch ein Eigentor zum 4:4 kassiert.“

Skjelbred ist Anführer auf Abruf. Denn mit 35 Jahren spielen auch bei diesem Kämpfer nicht mehr alle Muskeln so mit. Vergangene Saison kam Schelle immerhin noch auf 20 Spiele. „Das hätten auch ein paar mehr sein können. Doch ich habe mit Per seine Rolle im Team ganz klar abgesprochen. Der ist noch immer heiß und glüht jeden Tag im Training.“

Skjelbred verlängert Vertrag

Und wie! Eigentlich war Skjelbreds Plan, jetzt seine Karriere zu beenden. Nichts da! Er hängt ein weiteres Jahr dran. „Ich liebe es, Fußball zu spielen. Und ich liebe Rosenborg. Ich freue mich sehr, den Vertrag verlängern zu können“, ist Skjelbred happy und heiß auf die neue Saison, die im April 2023 losgeht und die vielleicht zur 27. Meisterschaft für Trondheim führt. Das wäre der schönste Karriereabschluss für Skjelbred.

Und danach? Skjelbred macht bei Trondheim weiter, zunächst als Jugendcoach in der Vereinsakademie. Er schuftet jetzt schon für die Trainerlizenz. „Per ist ein intelligenter Spieler. Er hat das Zeug zum Trainer.“ Wird er vielleicht sogar Assistent von Rekdal? Der Trondheim-Coach schließt es nicht aus: „Im Fußball kann immer alles passieren.“

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