Krzysztof Piatek hat sich bei Trainer Dardai in die Startelf gestürmt. Gegen Leipzig will der Pistolero wieder jubeln. Foto: imago images/Hübner

Wann geht es bei Hertha BSC wieder aufwärts, wann hat Stürmer Krzysztof Piatek (25) endlich seine Leistungsexplosion? Vielleicht, wenn keiner damit rechnet, Sonntag (15.30 Uhr) im Heimspiel gegen Topklub RB Leipzig. Trainer Pal Dardai erteilt Pistolero Piatek den Baller-Befehl.

„Er muss Tore machen, das ist das Wichtigste als Goalgetter. Dann fühlt er sich gut“, sagt Dardai über Piatek. Seit einem Jahr ist der polnische Nationalstürmer bei den Blau-Weißen. Für 24 Millionen Euro Ablöse kam er vom AC Mailand. In 36 Bundesliga-Spielen traf er bisher neunmal (davon zwei Elfmeter). Zu wenig für den Pistolero, der seinen Torjubel immer mit einem Pistolenschuss zelebriert.

Piatek hatte eine schwierige Eingewöhnungszeit mit vier Trainern. „Das hat es mir in diesem Jahr nicht unbedingt einfach gemacht. Jeder Trainer arbeitet anders im Training, bei der Taktik und in der Ansprache“, sagt Piatek. Im Sommer wurde ihm auch noch Jhon Cordoba (27) vor die Nase gesetzt und Ex-Coach Bruno Labbadia setzte voll auf den Kolumbianer.

Bei Dardai ist das alles anders geworden. Der neue Cheftrainer musste bisher auf Cordoba wegen dessen Verletzungen (erst Bänder im Sprunggelenk kaputt, anschließend Muskelfaserriss) verzichten. Dardai gab Piatek zum ersten Mal das Gefühl, dass er wichtig fürs Team ist. „Ich habe ein gutes Verhältnis zu Kris. Er ist ein erfahrener Spieler und wichtig in der Kabine. Ich versuche, ihm zu helfen. Er bekommt von uns das Vertrauen. Das Selbstvertrauen kommt mit Toren zurück.“

Beim 1:3 in Frankfurt traf der Pole schon mal. Doch die nächsten Treffer müssen jetzt folgen. Dardai sagt auch kritisch: „Wenn er alleine den Ball hat, muss er körperlich noch zulegen. Auch bei der taktischen Disziplin muss er sich noch steigern. Er will das und das ist schön.“

Er muss es auch. Denn ab nächste Woche steigt Cordoba wieder ins Mannschaftstraining ein und der sitzt ihm im Nacken. Der bullige, schnelle Stürmer machte in zwölf Spielen fünf Tore. Dardai kann der Konkurrenzkampf nur recht sein. Piatek ist angriffslustig und verspricht: „Ich merke, dass ich jetzt immer mehr in meinen Rhythmus komme. Deshalb glaube ich, dass wir in der nächsten Zeit den wahren Krzysztof Piatek sehen werden.“ Nur so kann der Pistolero der echte Sturm-Sheriff werden.