Herthas Cheftrainer Pal Dardai (44) lebt bedingungslosen Einsatz vor und erklärt, was er von seinen Spielern im Abstiegskampf fordert.  Foto: Imago

Hertha will aus der Krise. Bereits beim Spiel in Stuttgart (Sonnabend, 15.30 Uhr) will Cheftrainer Pal Dardai (44) die Wende schaffen und endlich wieder punkten. Wie das klappen soll? Der KURIER nennt Dardais zwölf Hertha-Gebote gegen Abstiegsangst.

1. Keine schlechte Laune: Hängende Köpfe will Dardai nicht sehen: „Ich habe von Anfang an klargemacht, dass wir keine Spieler brauchen, die nach Niederlagen in der Kabine sauer sind.“

2: Schmoll-Verbot: „Wer spielt, muss Leistung bringen. Wer nicht spielt, darf kein Gesicht ziehen. Wir sind ein Team, eine Familie und haben nur drei Monate. Darauf kommt es an.“

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3. Neue Taktik: Schneller Umschalt- und Konterfußball statt lange Ballbesitzphasen ohne Ertrag. „Das ist der Fußball, den unser Kader mit unseren Spielern hergibt. Das Ballerobern und Umschalten hat bereits funktioniert.“

4. Defensive stabilisieren: „Wir müssen unser Gegenpressing weiter verbessern und schneller wieder in die Ordnung kommen, wenn die Positionen verrutschen.“

5. Mitte dicht machen: Passend zur neuen Spielphilosophie setzt Dardai auf zwei Balleroberer im defensiven Mittelfeld, um das Zentrum dicht zu machen. Klappte gegen Bayern schon ganz gut und soll in Stuttgart noch besser werden.

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6. Pärchenbildung: „Wer mit wem funktioniert, ist wichtig. Wir haben nicht viel Zeit, um Dinge zu machen, die uns nicht weiterbringen“, erklärt Dardai, der erste perfekte Pärchen schon ausgemacht hat: Im Zentrum harmonieren Santiago Ascacibar und Lucas Tousart, in der Verteidigung Niklas Stark und Jordan Torunarigha, auf der linken Seite Peter Pekarik hinter Dodi Lukebakio und rechts Maxi Mittelstädt hinter Matheus Cunha.

7. Teamgeist als Basis: Dardai duldet keine Ego-Trips. „Alle arbeiteten zusammen. Auch die Spieler, über die es zuvor hieß, sie machen ihr eigenes Ding. Vielleicht bin ich streng, aber unter mir machen alle mit. Das ziehen wir durch.“

8. Kabinenschwur: „Vertrauen unter den Spielern ist wichtig, auch für den Trainer. In der Kabine fängt der Fußball an. Wenn das nicht funktioniert, kannst du machen, was du willst.“

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9. Bloß nicht verletzen: Jordan Torunarigha prellte sich die Hüfte gegen die Bayern. Außer den Dauerverletzten, Verteidiger Dedryck Boyata und Flügelflitzer Javairo Dilrosun, sind alle Herthaner fit. „Die Spieler müssen ehrlich sein. Wir dürfen nicht zu viel machen. Wenn in vier Wochen alle verletzt sind, hilft uns das nicht.“

10. Cool bleiben: „Letzter Spieltag, wenn wir da auf Platz 15 stehen und uns fürs nächste Jahr in der Liga qualifiziert haben, ist alles gut. Dafür brauchen wir noch 18 bis 20 Punkte. Das ist mit dieser Mannschaft realistisch.“

11. Glauben an den Fußballgott: Oft spielte Hertha gegen gute Gegner auf Augenhöhe, was die Statistiken belegen. Belohnt sich Hertha in Zukunft, springen auch Punkte raus.

12. Nicht reden, sondern machen: „Das ist wie in jedem anderen Job. Am Ende muss etwas Zählbares dabei rumkommen. Nur zu sagen, wir haben gut gespielt, reicht nicht – das ist bitter und nicht süß.“