Pal Dardai hat Schwerstarbeit vor sich, um Hertha irgendwie doch noch aus dem Abstiegskeller zu holen.  Foto: imago images/Hübner

Langsam braucht Hertha BSC wirklich ein Wunder, um den Abstieg noch zu verhindern. Der neue Trainer Pal Dardai sagt selbst: „Wunder kann ich nicht vollbringen!“ Besonders nicht nach nur vier Tagen Training mit dieser Truppe.

Die Vereinsikone hat erst mal an den Schrauben gedreht, die man so drehen kann, um frischen Wind in die Truppe zu bringen. Sechs Profis raus, sechs Neue rein. Für Torwart Rune Jarstein freute mich das Comeback. Der Norweger rettete, was zu retten war, und musste trotzdem dreimal hinter sich greifen. Am Ende stand es 1:3 in Frankfurt.

Zwei Kopfballtore des Gegners nach Flanken, ein Elfer. „Die Gegentore waren zu einfach“, sagt Dardai. Vorgänger Bruno Labbadia sagte diese Worte auch schon als Standardsatz nach Niederlagen. Also die permanente Abwehrschwäche hat sich noch nicht geändert. Was sich geändert hat, ist die Spielanlage. Endlich gab es mit dem Dreieck Ascacibar/Tousart/Guendouzi nicht mehr so viele Löcher im Mittelfeld. Ein Ansatz von Teamgeist war zu erkennen. Das sind die ersten positiven Schritte.

Doch das alleine wird nicht ausreichen, um irgendwann mal wieder ein Spiel zu gewinnen. Im Sturm fehlt noch immer die unbedingte Torgeilheit. Natürlich konnte keiner einen überzeugenden Sieg bei einem Topklub wie Eintracht Frankfurt erwarten. Doch manchmal gibt es dieses unerklärliche Glück im Fußball. Es fehlt den Blau-Weißen schon die gesamte Saison.

Vielleicht gibt dieses Glück beim ultimativen Finale dieser Katastrophen-Spielzeit und irgendwie sind drei Mannschaften am Ende noch schlechter als Hertha BSC. Das wäre zumindest ein kleines Wunder.