Jhon Cordoba im Würgegriff des Bielefelders Amos Pieper. Foto: Koch

Das wird für Hertha nichts mit dem schnellen Klassenerhalt. Die Blau-Weißen quälen sich im Heimspiel nur zu einem 0:0 gegen Abstiegskonkurrent Bielefeld. Verdammt! Mit einem Sieg gegen Arminia und einem weiteren Dreier am Mittwoch auf Schalke wäre die Rettung perfekt gewesen. Jetzt bleibt die Abstiegsgefahr erstmal akut.

Nach dem Abpfiff versammelte Herthas Trainer Pal Dardai den gesamten Kader wieder im Mittelkreis. Demonstrativer Teamgeist, Schulter an Schulter. Doch diesmal hingen diese Schultern der Profis vor Enttäuschung etwas herunter. Dardai munterte seine Spieler auf: „Jungs, einfach das Ergebnis akzeptieren und Punkt mitnehmen. Wir haben die nächste Chance.“ Später erklärte der Coach noch weiter: „Die Spieler sind etwas enttäuscht. Ich sehe das komplett anders. Die Null muss stehen, das haben wir geschafft. Jeder Punkt zählt im Abstiegskampf. Damit muss man auch mal zufrieden sein. Das war unser Minimalziel. Schalke ist jetzt unser Jokerspiel. Da müssen wir mehr frische Spieler haben.“

Hertha kann Kölns Patzer nicht nutzen

Genau das war auch das Hauptproblem. Herthas Profis wirkten müde gegen aggressive Bielefelder. Niklas Stark gab zu: „Die erste Halbzeit haben wir nicht so gut gemacht. Die zweite Halbzeit war besser. Wir haben die erste Halbzeit verschenkt. Den Punkt nehmen wir jetzt mit. Leider sind es keine drei geworden.“

Denn das wäre die große Chance auf einen frühzeitigen Klassenerhalt gewesen. Die Kölner 1:4-Heimpleite gegen Freiburg am Sonntagnachmittag hatte Hertha diese Möglichkeit gegeben. Doch der erste Matchball für den Bundesligaerhalt wurde nicht genutzt. Trainer Pal Dardai hatte gegenüber dem 3:0 gegen Freiburg wieder mächtig rotiert. Acht neue Spieler, doch sie wirkten nicht so spritzig! Die Partie war nur Krampf und Kampf.

Mittelstädt und Cunha verletzt 

Maxi Mittelstädt knallte im Luftduell mit Bielefelds Anderson Lucoqui zusammen (11.), musste wegen einer Platzwunde behandelt werden, versuchte es nochmal. Doch dann ging nichts mehr. Auswechslung in der 32. Minute, Jordan Torunarigha kam für ihn. Die beste Torchance hatte Stürmer Jhon Cordoba mit einem Schuss an den linken Pfosten (34.) Trotz drückender Überlegenheit konnten die Blau-Weißen nie richtig Schwung im Angriff entwickeln.

Dafür hatte Bielefeld zahlreiche Torchancen, nutzte sie aber auch nicht, weil Hertha-Keeper Alexander Schwolow alles parierte. Nach dieser Nullnummer muss Hertha weiter um den Klassenerhalt zittern und auch um Matheus Cunha, der mit einer Sprunggelenkverletzung ausgewechselt werden musste. Mittwoch (18 Uhr) steigt das dritte Nachholspiel beim Absteiger Schalke.