Neuzugang Stevan Jovetic zeigt es: Mit Hertha soll es endlich vorangehen. Foto: City-Press

Wir stehen bei Null und fangen noch mal vorne an! Hertha BSC leistete sich einen Fehlstart in der Bundesliga mit drei Pleiten. Die Transferperiode ist abgeschlossen – Neustart mit einem aufgeräumten Kader. Die große Hoffnung: Die neuen Spieler sollen die Blau-Weißen aus dem Keller schießen.

Manager Fredi Bobic hat in seinen ersten drei Monaten Amtszeit den Kader mächtig durchgeschüttelt. Die Offensivabteilung wurde bis auf Kris Piatek komplett ausgetauscht – sieben Stürmer sind weg: Jhon Cordoba (FK Krasnodar), Matheus Cunha (Atletico Madrid), Dodi Lukebakio (VfL Wolfsburg), Mathew Leckie (Melbourne City), Javairo Dilrosun (Girondins Bordeaux), Daishawn Redan (PEC Zwolle) und Jessic Ngankam (Greuter Fürth).

Gekommen sind: Stevan Jovetic (AS Monaco), Ishak Belfodil (Hoffenheim), Myziane Maolida (OGC Nizza), Marco Richter (FC Augsburg). Und zurückgekehrt sind Davie Selke (Werder Bremen) und Dennis Jastrzembski (W. Mannheim).

Wirtschaftlich clever: alleine durch die Verkäufe von Cunha (30 Mio.) und Cordoba (20 Mio.) wurden 50 Millionen Euro eingenommen. Dazu durch Lukebakios Ausleihe Gehalt eingespart.

Und: Trotz ihrer Tore bereiteten Cunha und Lukebakio wegen Disziplinlosigkeiten auf dem Platz immer wieder Probleme bei der Teambildung.

Härtejob für Trainer Dardai

Doch die schwierige Arbeit liegt jetzt vor Trainer Pal Dardai. Er muss ganz schnell ein schlagkräftiges Team formen. In zehn Tagen spielen die Blau-Weißen beim VfL Bochum.

Dardai fasst die Situation so zusammen: „Das ist alles neu mit dieser verspäteten Transferzeit, die bei allen Klubs so ist. Das muss man beherrschen, die neuen Spieler schnell zu integrieren. Da kann man auch als Trainer lernen.“

Bei Hertha ist trotz des Investors Lars Windhorst in Coronazeiten maßvoller Umgang mit den Millionen angesagt. Dardai: „Fredi hat auch keinen leichten Job. So kann man eine Menge Geld sparen. Man muss auch an den Verein denken.“

Der Trainer konzentriert sich auf seinen Job und will nach dem Fehlstart einen Neustart mit Optimismus und sagt: „Null Punkte, zehn Gegentore – das war nicht gut. Aber wir haben eine gute Mannschaft. Jetzt ist das ein Neustart. Mit vielen neuen Spielern. Die nächsten Tage müssen wir nutzen.“

Ekkelenkamp trifft gleich

Es wurde ja nicht nur der Sturm erneuert. Auch im Mittelfeld wurde umgekrempelt. Kevin-Prince Boateng, Suat Serdar und jetzt noch das Ajax-Juwel Jurgen Ekkelenkamp (21). Der junge Holländer blieb lieber noch zwei Tage länger bevor er zur U21 reiste und zeigte beim 14:0-Test gegen Oberligist Stern 1900 schon mal all seine Qualitäten im offensiven Mittelfeld: Immer präsent, immer anspielbar, zwei Tore geschossen, eines vorbereitet. Da hat auch Fußballlehrer Dardai seine Freude nach dem 0:5-Frust gegen die Bayern wieder gefunden. „Jurgen ist ein guter Junge mit viel Fantasie. Er ist ein Zentrumsspieler, der gut in die Tiefe geht. Sehr gute Technik. Er macht das, was dem Gegner wehtut. Er kann sehr viele Tore vorbereiten.“

Fantasie ist ein gutes Stichwort. Wie kreativ die Personalpolitik ist, wird sich erst in den nächsten Wochen zeigen.

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