Niko Kovac und Fredi Bobic gewannen 2018 mit Eintracht Frankfurt als Trainer und Manager den DFB-Pokal. Imago

Die Welt ist nicht so einfach, wie sie sich manch Hertha-Fan vielleicht vorstellt. Trainer Niko Kovac (50) wurde beim AS Monaco entlassen. Einige blau-weiße Anhänger reagierten mal wieder voreilig und spekulieren schon mit dem Ex-Herthaner als neuen Coach im Sommer. Ein Wunschgedanke, vielleicht ein Luftschloss, aber auf alle Fälle eine ganz gemeine Zwickmühle für Fredi Bobic (50).

Schließlich hat der Manager erst vor fünf Wochen mit Tayfun Korkut (47) einen neuen Coach installiert. Ausgestattet mit einem Vertrag bis zum Sommer 2022. Bisher hat der Dardai-Nachfolger geliefert. Sieben Punkte in vier Spielen, dazu zum ersten Mal in dieser Saison gegen ein Topteam (3:2 gegen Dortmund) gewonnen. Mutiger Offensivfußball ist immer mehr erkennbar. Eine Entwicklung ist zu sehen.

Bobic lobte Korkut kurz vor Weihnachten: „Das hat Tayfun mit Bravour gemeistert.“ Dann sagt er auch: „Tayfun sieht es auch als Chance, diesen persönlichen gordischen Knoten zu durchbrechen.“ Damit ist gemeint, dass es Korkut bei seinen Stationen in Hannover, Leverkusen und Stuttgart immer geschafft hat, als Feuerwehrmann die Teams in kurzer Zeit auf Vordermann zu bringen. Doch danach lief es dann nicht mehr so gut.

Bobic traut Korkut mehr zu

Bobic traut Korkut mehr zu und die sportliche Fairness gebietet es einfach, dass der Coach eine echte Chance in der Rückrunde bekommt und damit auch auf eine Vertragsverlängerung.

„Aber jetzt ist Kovac doch wieder frei“, werden einige sagen. Die Geschichte scheint ja auch so logisch zu sein. Der damalige Manager Michael Preetz (54) versuchte schon vor 21 Monaten, den verlorenen Sohn zu holen, kurz nachdem Kovac bei Bayern gefeuert wurde. Der Ex-Herthaner wollte aber eine Ruhepause. Preetz ist Geschichte, Bobic der neue blau-weiße Macher.

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Nico Kovac (M.) und Fredi Bobic (r.) spielten von 2003 bis 2005 gemeinsam für Hertha BSC.

Mit Kovac spielte er von 2003 bis 2005 zusammen bei Hertha, mit Kovac arbeitete er als Manager/Trainer-Gespann bei Eintracht Frankfurt von 2016 bis 2018 erfolgreich zusammen. Beide sind befreundet. Alles gute Argumente, die aber mit gutem Timing nichts zu tun haben. Der Traum vom neuen Dream-Duo in Berlin – das sind momentan nur Gedankenschnellschüsse, ohne sich über die Folgen bewusst zu sein.

Hertha tappte bereits in die Trainer-Falle 

Ein Gegenmodell reicht, um zu sagen, dass eine Trainer-Diskussion zum jetzigen Zeitpunkt total falsch ist. Was würde passieren, wenn Korkut mit Hertha eine starke Rückrunde hinlegt, aber schon feststeht, dass Kovac neuer Trainer wird? Genau! Die Messlatte für den gebürtigen Berliner wäre im Sommer immens hoch.

Herthas Fans haben das alles schon mal 2002 gehabt. Im Winter 2001 wurde frühzeitig bekannt, dass Huub Stevens im Sommer 2002 Nachfolger von Trainerlegende Jürgen Röber wird. Danach klappte nicht mehr viel, Röber musste schon im Februar gehen, Falko Götz übernahm für den Rest der Saison das Team, stürmte in der Bundesliga mit Powerfußball auf Platz 4. Die Fans wollten Götz behalten und Stevens bekam bei den Anhängern nie eine echte Chance.

Von daher: Bitte, keine voreiligen Schritte. Abwarten, was aus Hertha mit Korkut wird.

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