Zum über die Bande klettern: Herthas Niklas Stark (l.) wurde von Bundestrainer Joachim Löw mal wieder nicht eingesetzt. Foto: Matthias Koch

Deutschland geht gegen Spanien 0:6 unter. Der Stuhl von Bundestrainer Joachim Löw wackelt. Mittendrin, aber mal wieder nicht wirklich dabei: Herthas Niklas Stark (25). Der blau-weiße Verteidiger erlebte in der Länderspielpause ein trauriges Triple, saß bei allen drei Partien in den vergangenen zehn Tagen 90 Minuten lang nur auf der Bank. Das insgesamt zwölfte Mal bei sieben Nominierungen.

Glück im Unglück: So desolat, wie sich die DFB-Elf präsentierte, war es wohl noch nie schöner, Ersatzspieler zu sein. Nach seinen zwei Kurzeinsätzen über insgesamt magere 30 Minuten ist klar: Zwar betonte Löw immer, Stark im Blick zu haben – eine wirkliche Chance gab er ihm nie. 

Selbst Tah erhält den Vorzug

Obwohl er bei Hertha Stammspieler ist, brachte Löw gegen Spanien Leverkusens Jonathan Tah, der diese Saison bei der Werkself die meiste Zeit auf der Bank sitzt – und das deutsche Debakel noch schlimmer machte, wie internationale Pressestimmen gut zusammenfassten.

Gut möglich, dass es für Stark, der als Abwehrchef die U21 2017 zum EM-Titel führte, unter einem neuen Bundestrainer besser aussieht und er im März, wenn die nächsten Länderspiele anstehen, eine neue Chance bekommt.

Bis dahin zählt nur Hertha. Denn die Rechnung ist einfach: Knüpft Stark weiter an seine blau-weißen Leistungen aus den Vorjahren an, kann sein EM-Traum 2021 wahr werden. Egal unter welchem Bundestrainer. Und trotz seines traurigen Triples.