Voller Energie mit 68 Jahren! Felix Magath pfeift und Herthas Spieler hören drauf. Foto: Imago Images/Nordphoto

Unverhofft kommt oft! Trainer-Methusalem Felix Magath (68) könnte zum Glücksgriff für Hertha BSC werden – nicht nur als Retter in dieser Saison, sondern auch darüber hinaus. Eine Vertragsverlängerung bei Klassenerhalt ist längst keine Illusion mehr. Felix und Hertha, langsam wird es Liebe …

Sonntag (17.30 Uhr) beim Abstiegs-Knaller gegen den VfB Stuttgart hat Magath ein stolzes Jubiläum – sein 500. Spiel als Bundesliga-Trainer. Er könnte viel darüber erzählen und sich in den Vordergrund spielen. Macht er aber nicht! 500 Spiele, eine echte Marke, die für eines spricht – unendlich viel Erfahrung im Job.

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Magath: „Ich will noch ein paar Spiele mehr coachen“

Und deswegen sagt der Coach nur: „Mir bedeuten die Zahlen nicht viel. Ich hätte es nicht mal gewusst.“ Doch dann kommen von Magath zwei Sätze, die aufhorchen lassen: „Ich habe es halt oft gemacht. Ich will noch ein paar mehr Spiele coachen.“

Damit meint er nicht die restlichen drei Bundesliga-Spiele oder eventuell zwei weitere Partien in der Relegation. Es ist ein elegantes Kokettieren mit einer Bewerbung im Falle der Hertha-Rettung.

Der Mann hat einfach wieder Blut geleckt, das Bundesligafieber und diese Hertha haben ihn gepackt. Also Vertragsverlängerung? Magath dementiert gar nichts. Er hat nur eine Botschaft und die gilt für das Hier und Jetzt: „Im Moment schaffe ich es nur, mich auf Sonntag zu konzentrieren, auf nichts anderes. Verträge, damit beschäftige ich mich nicht. Was danach passiert, wenn die Bundesliga abgepfiffen ist, darüber kann ich mir dann Gedanken machen.“

Zwischen Magath und Spielern hat es gefunkt

Es ist einiges in den vergangenen knapp sieben Wochen seit Magaths Verpflichtung bei Herthas Team passiert. Mitte März waren die blau-weißen Profis so gut wie abgeschrieben. Viele hatten Magaths Einstieg eher belächelt, schließlich hatte er in der Bundesliga zum letzten Mal vor zehn Jahren (in Wolfsburg) gearbeitet. Viele dachten, dass die Spieler reihenweise unter „Quälix, dem Schleifer“ zusammenbrechen.

Nichts davon ist passiert! Die als fast untrainierbar geltenden Profis, die ohne echte Hierarchie durch die Saison irrten, fanden Magath sofort gut und ackerten. Dazu noch Co-Trainer Mark Fotheringham, der richtig einheizt. Es hat schon längst gefunkt zwischen Magath und der Mannschaft. Falls die Mission Klassenerhalt geschafft wird, ist nicht mal mehr ein besonderer Liebesbrief der Spieler ausgeschlossen. Botschaft: „Trainer, bleib hier, wir brauchen dich!“

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