2007 begrüßte Herthas Ex-Manager Michael Preetz den jetzigen blau-weißen Coach Felix Magath als TV-Experten im Stadion. Foto: Imago Images/Camera4

Trainer-Phänomen Felix Magath (68). Er kann beides – Rettung und Titel. Seinen absoluten Durchbruch zum Starcoach der Bundesliga schaffte der Hertha-Trainer vor 21 Jahren und zwei Monaten beim VfB Stuttgart. Ausgerechnet bei den Schwaben, dem nächsten Gegner im blau-weißen Abstiegskrimi am Sonntag (17.30 Uhr). Und wer war schuld am Magath-Aufstieg zum Kult-Trainer? Die Antwort ist verblüffend: Herthas ewiger Torschützenkönig und Ex-Manager Michael Preetz (54)!

Das Preetz-Tor, das Magath zum VfB-Coach machte

18. Februar 2001: Herthas Michael Preetz trifft per Flugkopfball zum 1:0 beim VfB Stuttgart. Danach war Trainer Ralf Rangnick seinen Job bei den Schwaben los. Foto: Imago Images/Baumann

Wie geht denn das? Am 18. Februar 2001 nickte Herthas damaliger Stürmer Preetz per Flugkopfball zum 1:0-Siegtor bei den Stuttgartern ein. Ein Treffer mit Folgen beim Tabellensiebzehnten aus dem Ländle. Trainer Ralf Rangnick wurde ein paar Tage später gefeuert und für ihn kam Magath, der bis dahin nur den Ruf des Feuerwehrmanns hatte. Er hatte vorher den HSV, Werder Bremen und Eintracht Frankfurt vor dem Abstieg bewahrt.

Was damals als Rettungsmission begann, wurde zur furiosen Erfolgsgeschichte. Ein Jahr später stabilisierte Magath den VfB auf Platz 8. 2003 wurde er Vizemeister. 2004 Tabellenvierter. Dass es nicht für die Stuttgarter zu Platz 3 und dem damaligen Play-off-Spiel zur Champions League reichte, daran hatte auch Hertha schuld. Magath verlor in der Saison-Rückrunde 0:1 bei den Blau-Weißen. Torschütze für Hertha war damals ein gewisser Fredi Bobic, Herthas jetziger Manager. Nach dem Top-Job bei den Schwaben heuerte Magath beim FC Bayern an und wurde dort doppelter Double-Sieger. Damit war er endgültig im Trainer-Olymp angelangt.

Bei Klassenerhalt neuer Vertrag für Magath?

Jetzt will Magath bei seinem Comeback in der Bundesliga noch mal für einen Paukenschlag sorgen. Als er Mitte März den Job bei Hertha übernahm, war die Situation fast hoffnungslos. Tabellenplatz 17 und ein Abwärtstrend mit einer bis dahin sieglosen Rückrunde. Magath: „Das ist der schwierigste Job, den ich jemals übernommen habe.“

Nach vier Spielen (zwei Siege und zwei Niederlagen) hat der erfahrene Magath der Truppe wieder Leben eingehaucht. Die Blau-Weißen stehen jetzt auf Rettungsplatz 15. Damit es dabei bleibt und der Abstand vergrößert wird, muss ein Sieg gegen die Schwaben her. Auf das 1:0 in Augsburg folgt also das nächste Abstiegsendspiel.

Magath: „Wir müssen dranbleiben und wieder genauso gemeinsam kämpfen.“ Schafft der Coach den Klassenerhalt, ist vieles denkbar – auch eine Vertragsverlängerung. Vielleicht gelingt ihm ja noch mal die Wiederholung eines Kunststücks wie in Stuttgart vor rund 20 Jahren.

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