Herthas Marton Dardai spielt momentan wieder in der U23.  Spielpraxis für das Supertalent des Hauptstadtklubs. Foto: City-Press

Trainer Tayfun Korkut und Manager Fredi Bobic schauten zu. Herthas Marton Dardai (19) spielte 72 Minuten. Nicht bei den Profis beim 1:1 gegen Bochum, sondern in der Regionalliga beim 3:1 der blau-weißen U23 gegen Lichtenberg. Vom gefeierten Shootingstar in der Bundesliga zum Ergänzungsspieler in zwölf Monaten. Eine echte Achterbahnfahrt für Dardai Junior.

Nächsten Sonnabend wird der Defensivspezialist 20 Jahre alt. Ob Dardai an seinem Ehrentag dann wieder im Profikader steht, bleibt ungewiss. Vor einem Jahr war das überhaupt keine Frage. Von Null auf Hundert wurde er in der Rückrunde 2020/21 zum Stammspieler. Dass Vater Pal Dardai Trainer war, spielte wirklich keine Rolle. Marton überzeugte als Innenverteidiger mit guten Zweikämpfen, viel Übersicht, starken Pässen und Schüssen.

Die Hinserie 2021/22 war dann aber eine Mischung aus Verletzungen und den typischen Schwankungen eines Teenies, der versucht, in der Bundesliga Fuß zu fassen. Dardai Senior beäugte seinen Sohn kritisch. Beim 1:1 gegen Augsburg, Pal Dardais letztem Spiel, war Marton nicht mehr im Kader, weil er eine Woche vorher einen kapitalen Fehler beim 0:2-Derby gemacht hatte.

Dardai: Nur 58 Minuten unter Korkut

Marton Dardai im Duell gegen Bayerns Serge Gnabry. Foto: City-Press

Bei Nachfolger Korkut durfte Marton Dardai bisher nur einmal für 58 Minuten beim 1:4 gegen Bayern spielen. Nur, weil totale Personalnot in der Abwehr herrschte. Im Winter kam Marc Kempf vom VfB Stuttgart. Er ist jetzt erstmal gesetzt und Herthas großes Talent, das bisher alle DFB-Juniorennationalteams durchlief, muss sich hinten anstellen.

Dardai spielt bei Herthas U23 im Mittelfeld

Jetzt also einen Schritt zurück zur U23. „Es ist gut, dass wir die U23 im Männerbereich haben. Da können unsere jungen Profis Spielpraxis sammeln. Das ist das Wichtigste“, sagt Korkut. Manager Fredi Bobic ist sich auch sicher: „Das ist ja keine Bestrafung. Das sehen die Spieler auch nicht so. Mein Eindruck ist, dass sie dort mit Spaß und dem gleichen Einsatz dabei sind. Da sind sie Führungsspieler. Das hilft bei der Ausbildung.“

Marton Dardai machte seinen Job. Diesmal nicht als Innenverteidiger, sondern als defensiver Mittelfeldspieler. Eine weitere Option für ihn und auch für Korkut. Eine Empfehlung gab Dardai Junior beim Regionalliga-Spiel ab – einen Freistoßhammer an die Latte. Damit er wieder zum Volltreffer wird, muss der ehrgeizige Spieler hart arbeiten. Keine Sorge, das tut er. Das hat er vom Vater gelernt.

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