Nach 14 Jahren ist für Hertha-Präsident Werner Gegenbauer Schluss. Er reichte seinen Rücktritt ein. Foto: Imago/Matthias Koch

Seit Wochen hat es sich angekündigt, am Vormittag schien es amtlich zu sein: Einen Tag nach der Hertha-Rettung in der Relegation gegen den HSV (0:1, 2:0) hieß es, Präsident Werner Gegenbauer (71) ist zurückgetreten. Dazu hört auch Finanzboss Ingo Schiller (56) auf. Schillers Aus ist amtlich. Bei Gegenbauer meldete Hertha plötzlich um 12.44 Uhr: nicht zurückgetreten! Dann verkündete Hertha BSC um 18.34 Uhr doch: Werner Gegenbauer ist zurückgetreten.

Es war kein Geheimnis mehr, dass Gegenbauer nach 14 Jahren Amtszeit aufhören wird. Es ging nur noch um den Zeitpunkt. Der war dann endgültig am Dienstabend gekommen. Da reichte Gegenbauer ganz offiziell bei Herthas Gremien den Rücktritt ein. In den nächsten Wochen wird bei einer außerordentlichen Mitgliederversammlung der Präsident neugewählt. Bis dahin leitet kommissarisch der bisherige Vize Thorsten Manske das Präsidium. Bisher gibt es mit Ex-Ultra Kay Bernstein bisher nur einen Präsidentschaftskandidaten.

Die Kritik an Gegenbauer riss in den vergangenen drei Krisensaisons des Hauptstadtklubs nicht ab. 374-Millionen-Euro-Investor Lars Windhorst führte schon lange einen Machtkampf gegen Gegenbauer und kündigte zuletzt die Zusammenarbeit mit dem Präsidenten auf.

Auch bei den Vereinsmitgliedern hatte Gegenbauer immer mehr seinen Kredit verspielt. Im Oktober 2020 wurde er mit nur noch  54 Prozent der Stimmen wiedergewählt, obwohl es keinen Gegenkandidaten gab. Für die Mitgliederversammlung am Sonntag gibt es mehrere Abwahlanträge gegen den Präsidenten. Diese Schmach wollte Gegenbauer sich dann wohl doch nicht mehr antun und lieber selbst gehen.

Auch Schiller weg

Ingo Schiller, Finanzgeschäftsführer von Hertha BSC Berlin, hört nach 24 Jahren auf. Foto: dpa/Weller

Auch Gerüchte um Schillers Rückzug gab es seit Tagen. Jetzt berichtete zuerst der Tagesspiegel über die wichtige Personalie, die Hertha dann auch bestätigte. Schiller ist neben Manager Fredi Bobic der zweite Geschäftsführer der Hertha KGaA, die für den Profibereich des Klubs zuständig ist. Schiller war 1998 in das Präsidium von Hertha BSC gewechselt, seit Juli 2001 ist er Geschäftsführer Finanzen. Seit 2013 gehört er zudem dem Aufsichtsrat der Deutschen Fußball-Liga (DFL) an.

Bobic hatte angekündigt, den Berliner Traditionsklub in der kommenden Saison zu erneuern. Bei seinem Amtsantritt im vergangenen Sommer standen ihm in Carsten Schmidt als Leiter der Geschäftsführung und Schiller noch zwei Kollegen in der Klub-Leitung zur Seite. Nach Schmidts Rückzug aus privaten Gründen wäre er durch den Schiller-Abschied derzeit der einzig verbleibende Geschäftsführer.

Schiller wird aber nicht von einem Tag auf den anderen gehen. Am Sonntag bei der Mitgliederversammlung wird er wie gewohnt den Etat präsentieren, danach bis Ende Juni das Geschäftsjahr abschließen und noch bis Oktober einen Nachfolger einarbeiten.

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