Herthas Trainer Pal Dardai war mit der Leistung beim Derby überhaupt nicht einverstanden. Foto: dpa

Ein glücklicher Punkt im Derby beim 1.FC Union. Das war noch das Beste an Herthas 1:1-Gruselkick in der Försterei. Trainer Pal Dardai redete einen Tag nach dem Stadtduell nichts schön und sprach den Fans aus der Seele: „Ich habe in der zweiten Halbzeit nur noch gedacht: schnell abpfeifen und nach Hause fahren. Man konnte es nicht mit ansehen!“

Nach dem starken 3:0 gegen Leverkusen vor gut zwei Wochen war dieser Auftritt an der Försterei ein Rückschritt. Es herrscht im Abstiegskampf weiter Alarmstimmung bei den Blau-Weißen. Dardai redet da überhaupt nicht drumherum: „Ich bin negativ überrascht von meiner Mannschaft. Ich habe meine Mannschaft nicht erkannt. Das war nicht okay.“

Aggressives Pressing, gezielte Pässe nach vorne, eine Raumaufteilung in der Offensive, sinnvolle Laufwege – alles war nicht zu sehen. Das Schlimme daran: Der Coach hatte den Spielern vor dem Anpfiff alle Anweisungen mit dem auf dem Weg gegeben. Es sind wieder mal Anflüge von gefährlicher Disziplinlosigkeit – gerade im Sturm – zu sehen.

Dardai wird jetzt dazwischengrätschen. „Ich werde mit den Spielern reden. Ich werde sie fragen, was sie für eine Spielidee hatten. Denn ihre hat nicht funktioniert. Sie sollten sich lieber an die Ideen des Trainerteams halten“, kündigt der Coach an.

Dardai bittet in den nächsten Tagen zur Folter-Video-Stunde: „Ich werde den Spielern alle Fehler knallhart zeigen. Danach gibt es ein interaktives Gespräch. Ich werde dabei auch auf die Ideen der Mannschaft eingehen. Denn ich will überzeugte Spieler, die voll mitziehen.“

Sieben Partien Überlebenskampf sind es noch, nächsten Sonnabend steigt das Heimspiel gegen Gladbach. Dardai: „Es ist ein Spiel, das du gewinnen kannst. Dann haben wir etwas Luft in der Tabelle.“ Wenn nicht, wird die Luft im Abstiegskrimi immer dünner.