Herthas Spieler sind erschöpft und gehen zu den Fans in die Ostkurve. Foto: Imago Images

Erleichterung, ja! Freude, ja – aber bitte nur ganz kurz. Es war ein wunderschöner Hertha-Sieg, dieses 3:0 gegen Hoffenheim. Es ist der Magath-Effekt mit seinem Energiebündel Mark Fotheringham (38) als Co-Trainer. Es ist ein Befreiungsschlag nach depressiven fünf Monaten unter Vorgänger Tayfun Korkut. Mehr nicht!

Die Hoffnung ist wieder da, weil Quälix in der Rekordzeit von fünf Tagen dieser bis dahin eher schlafwandelnden Truppe die Hallo-Wach-Pille gegeben hat und Teamspirit mit seiner Aura ausstrahlt. Was für ein Comeback des Trainer-Methusalems nach zehn Jahren Bundesliga-Abstinenz. Mir scheint es so, dass die blau-weißen Profis sich nach einer erfahrenen Autorität gesehnt haben.

Niklas Stark sagt es so: „Man merkt, dass jetzt ein Ruck durch die Mannschaft geht. Und Mark? Der ist Wahnsinn, der Typ. Der hat Energie, es macht Spaß, mit ihm zusammenzuarbeiten.“ Ja, Magath ist schlau. Der 68-Jährige weiß, dass er einen jüngeren Assistenten braucht, der die Sprache der Spieler spricht und dieses Feuer hat. Vielleicht wird es doch noch eine wunderschöne Rettungsgeschichte, die am Ende ihre Moral herausschreit, wie dieser Schotten-Mark: „Nur gemeinsam als Team geht es!“ Jetzt ist es eine schöne Momentaufnahme.

Der Blick auf die Tabelle sagt aber auch, dass die Blau-Weißen noch immer tief im Keller stecken. Und diese Situation haben hauptsächlich die Profis alleine verschuldet, nicht Pal Dardai und auch nicht Korkut. Hoffentlich haben sie es jetzt alle kapiert. Es ist traurig genug, dass es erst beim dritten Coach der Saison verstanden wird. Die Spieler gingen nach dem Abpfiff in die Kurve, applaudierten den Fans, aber eher mit ernster, entschlossener Miene. Ein gutes Zeichen!

Es sind noch sieben Spiele, höchstwahrscheinlich müssen noch weitere vier Siege für Platz 15 her. Es gibt nichts zu feiern. Für die Hertha-Profis geht jetzt die Arbeit erst richtig los. Magath wird es die Spieler schon spüren lassen …

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