Wilde Szenen auf dem Platz: Nizza-und Marseille-Profis, darunter Ex-Herthaner Matteo Guendouzi, prügelten sich untereinander und mit einigen Hooligans.  Imago

Widerliche Bilder aus Frankreichs Ligue 1!

Beim Spiel zwischen Nizza und Marseille sorgen Chaoten mit einem Platzsturm für einen Spielabbruch. Flaschen fliegen und Hooligans jagen Spieler!

Was war passiert? Im Derby der beiden Teams aus Südfrankreich kochen die Emotionen von Minute zu Minute höher. Nizza-Fans nutzen jeden Einwurf und Eckball der Gäste, um Marseilles Spieler zu beleidigen und zu bewerfen.

Ex-Herthaner Matteo Guendouzi verletzt 

In Minute 75 wird Frankreichs Nationalspieler Dimitri Payet auf dem Weg zu einem Eckball mit einer Flasche offenbar am Kopf getroffen. Wutentbrannt feuerte der 34 Jahre alte Profi die Wasserflasche zurück in den Block – was die Situation völlig eskalieren ließ.

50 bis 100 (!) Chaoten stürmen auf den Platz, können weder von den Ordern noch von den Nizza-Profis gestoppt werden. Es hagelt Tritte, es fliegen Fäuste. Dabei wird auch Ex-Hertha-Star Matteo Guendouzi am Hals verletzt.

Außerdem ist auf  einem Video zu sehen, wie sich auch die Spieler teilweise gegenseitig an die Gurgel gehen – und wie ein Marseille-Betreuer einen der Hooligans, der auf den Platz gestürmt war, mit dem Ellbogen ausknockt.

Frankreichs Fußball ist erschüttert 

Schiedsrichter Benoit Bastien blieb keine Wahl, er schickte die Teams beim Stand von 1:0 für Nizza in die Kabinen. Nizzas Präsident Jean-Pierre Rivere (63) versuchte vergeblich auf dem Rasen, die Anhänger zu beruhigen.

Erst nach einer Stunde Unterbrechung kehren die Nizza-Spieler auf das Feld zurück. Doch Marseille weigert sich weiterzuspielen, verweist auf die attackierten und verletzten Spieler.

Einzige Konsequenz: Die Partie wird abgebrochen – doch der Streit geht weiter. Marseilles Präsident Pablo Longoria: „Die Liga hat beschlossen, das Spiel fortzusetzen. Der Schiedsrichter war auf unserer Seite. Er hat mir und Trainer Jorge Sampaoli bestätigt, dass die Sicherheit nicht gewährleistet ist.“

Sein Pendant, Nizza-Boss Jean-Pierre Rivere, kontert, gibt Marseilles Spielern die Schuld: „Es ist bedauerlich, dass es so endete. Was das Pulver in Brand setzte, ist die Reaktion der Marseille-Spieler, die die Flaschen auf die Tribüne zurückwarfen.“

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Nizzas Präsident Jean-Pierre Rivere versuchte die Fans beim Spiel gegen Marseille zu beruhigen. 

Völlig offen ist, wie das Spiel nun gewertet wird. Frankreichs Medien spekulieren über drei Szenarien: 1. Nizza werden drei Punkte zugesprochen. 2. Das Spiel wird komplett wiederholt. Oder 3. Die Partie wird ab der 76. Minute fortgesetzt.

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Klar ist dagegen: Frankreichs Fußball ist erschüttert.