Nemanja Radonjic traf gegen Bayern in der 64.Minute ins Tor. Doch der Treffer zählte nicht wegen Abseitsstellung. Foto: imago images/Contrast

Der Himmel schickte ein positives Zeichen. Tief „Tristan“ und sein Schneegestöber führte zur Spielabsage in Bielefeld und verhinderte so einen Arminen-Sieg gegen Bremen und damit Relegationsplatz 16 für die Blau-Weißen. Ganz irdisch hat Hertha einen neuen Hoffnungsträger – Nemanja Radonjic (24).

Erst auf den letzten Drücker der Wechselfrist von Olympique Marseille als Leispieler gekommen, legte der serbische Nationalspieler fünf Tage später beim 0:1 gegen Bayern ein starkes Debüt auf den Rasen. Trainer Pal Dardai ist begeistert vom neuen linken Flügelflitzer: „Nemanja ist eine Blitzkugel, er ist pfeilschnell. Er sucht immer das Tor. Er ist reingekommen unter Druck und hat einen guten Job gemacht.“

In der 63.Minute eingewechselt, nur 54 Sekunden später zappelte nach seinem Schuss der Ball im Netz von Bayern-Keeper Manuel Neuer. Leider war er beim Konter im Abseits! Doch davon ließ sich Radonjic nicht beeindrucken. Er gab weiter Vollgas und dribbelte manchen Bayern-Star schwindelig.

„Ich bin schnell, gut im Dribbling und beidfüßig. Meine letzte Sprintmessung bei Marseille lag bei 37 km/h“, sagt er stolz.

Doch das ist nicht das Einzige, was Hertha gerade in der Krise gebrauchen kann. „Er ist intelligent, als Spieler und Mensch. Er ist ziemlich schmerzfrei. Er ist in der Kabine angekommen, als sei er schon hundert Jahre hier gewesen“, sagt Dardai. Eine lange Eingewöhnungsphase wird der Serbe mit seinem offenen Charakter nicht brauchen.

„Ich glaube, dass Nemanja den Fans noch viel Spaß bringen wird“, so Dardai. Seine Spielfreude und Unbefangenheit für das kriselnde blau-weiße Team könnte noch sehr hilfreich werden. Trotz der bedrohlichen Tabellensituation ist der Serbe optimistisch: „Unsere Mannschaft hat Qualität. Wir sind stark besetzt und werden ohne Probleme da unten rauskommen.“

Doch dafür muss Radonjic auch Tore schießen. Bei Olympique traf er in den letzten fünf Liga-Spielen zweimal. Gegen Bayern konnte er schon fast jubeln. Vielleicht schlägt der „Kugelblitz“ ja schon Sonnabend in Stuttgart ein.