Matteo Guendouzi, es weht eine neue Frisur auf Herthas Trainingsplatz. Foto: imago images/Popow

Endlich! Seit Dienstag weht bei Hertha BSC die längste Lockenmatte der Bundesliga auf dem Schenckendorffplatz. Der französische Neuzugang Matteo Guendouzi (21) vom FC Arsenal London darf nach seiner zehntägigen Corona-Quarantäne mit der Mannschaft trainieren. Wegen seiner Mähne legte er gleich einen Schwur ab: „Meine Locken behalte ich bis mir die Haare ausfallen!“

Der Mittelfeldspieler erklärt es so: „Ich hatte schon als kleines Kind diese langen Haare. Und ich will sie behalten.“ Trainer Bruno Labbadia staunt auch ein bisschen über die Haarpracht des Mittelfeldspielers. „Das sieht man nicht so häufig. Als ich noch Spieler war, gab es den Kolumbianer Carlos Valderrama mit langen blonden Locken. Als wir mal mit Deutschland gegen Kolumbien gespielt haben, hatte das halbe Stadion dann Perücken auf. Das Bild werde ich nie vergessen.“

Vielleicht gibt es ja schon bald den Lockentrend auch bei Hertha-Fans. Denn Guendouzi hat Großes vor. Er kündigte schon mal an, dass er total heiß auf sein Debüt in der Bundesliga ist: „Ich fühle mich körperlich sehr fit und möchte am liebsten am Sonntag gegen den VfL Wolfsburg 90 Minuten durchspielen.“

Zurückhaltung kennt der Franzose mit marokkanischen Wurzeln nicht. Vielleicht ist er wirklich die passende Antwort auf die vielen Mittelfeldfragen bei Hertha BSC. „Ich fordere gerne Bälle und verteile sie auch genauso gerne“, sagt er. Hilfreich könnte sein, dass er mit Lucas Tousart schon in Frankreichs U21-Nationalmannschaft oft zusammengespielt hat. „Wir kennen uns sehr gut, wir wissen beide, wie wir spielen. Der eine kennt die Schwächen und Stärken des anderen“, erklärt Guendouzi.

Das sagt er in einem ziemlich ruhigen Ton, obwohl er wirklich drei turbulente Wochen hinter sich hat. Am 5. Oktober unterschrieb die Leihgabe vom FC Arsenal am letzten Tag des Transferfensters für ein Jahr und düste danach sofort weiter zur Länderspielereise nach Frankreich. Dort infizierte er sich mit Corona und musste bei der Rückkehr sofort in Quarantäne.

Einzeltraining in der Wohnung unter Anleitung per Handy und Computer. „Das waren sehr intensive zehn Tage. Es war ein hartes Training. Ich freue mich, dass ich endlich mit der Mannschaft auf dem Rasen bin“, so Guendouzi. Vielleicht wird die Freude Sonntag bei dem Lockenkopf noch größer, wenn ihn Labbadia lässt.