Bruno Labbadia feierte in seinen ersten zwei Spielen als Hertha-Trainer zwei Siege. imago-images/Witters

Wenn Plastikstühle weinen könnten, hätten wir beim Geisterderby die Niagarafälle im Olympiastadion rauschen hören können. Stattdessen hörte man in der zweiten Halbzeit jeden einzelnen Regentropfen auf dem Dach der Museums-Arena prasseln. So still war es, weil kein Zuschauer da war. Was für ein trauriges Stadtduell zwischen Hertha BSC und dem 1.FC Union.

In der ersten Halbzeit plätscherte das Spiel so dahin. Nach der Pause gab es die kalte Dusche für Union. Herthas Spieler schienen von der Kabinenansprache des Trainers und dem Dauerregen aufgeweckt worden zu sein. Doppelschlag durch Ibisevic und Lukebakio, dann trafen noch Cunha und Boyata. 4:0, das hellte die blau-weiße Seele dann doch auf. So sieht eine Revanche aus. Die Stadtmeisterschaft geht eindeutig an Hertha BSC. Das Hinspiel-Derby an der Försterei wurde eben doch nur durch einen Glückselfer für die Eisernen mit 1:0 entschieden. Hertha hat die Kräfteverhältnisse eindrucksvoll geradegerückt. Die Nummer 1 in der Stadt bleiben die Blau-Weißen, überlegener Sieg, vier Punkte Vorsprung vor Union – trotz einer bisher total verkorksten Saison.

Mein Derbyheld heißt Bruno Labbadia. Zweites Spiel, zweiter Sieg, dieser im so wichtigen Derby. Das befriedet die Fanseele. Der Mann wurde jahrelang in der Bundesliga unterschätzt. Ich habe da so eine Ahnung, dass er wirklich eine neue Ära einleiten kann.   Die Abstiegssorgen sind jetzt auf ein Minimum geschrumpft. Je früher der Klassenerhalt rechnerisch geschafft ist, desto eher kann Labbadia schon an der Hertha 2020/21 bauen. Ein großer Vorteil, doch leider können die Fans diese Entwicklung nicht hautnah im Stadion miterleben. Da weint jeder Plastikstuhl.