Bayerns Corentin Tolisso köpft trotz Doppelbewachung von Herthas Verteidigern Dardai und Mittelstädt zum 1:0 ein. Foto: Imago Images/Nordphoto/Engler

Keine Überraschung! Nach dem 2:3-Pokalderby gegen Union verliert Hertha BSC gegen die großen Bayern 1:4 (0:2) und hängt damit wieder voll im Abstiegskampf. Die Fehler bei den Gegentoren bleiben immer die gleichen.

Einen Eklat gab es Sonnabend beim Abschlusstraining vor dem Bayern-Spiel. Rund 80 Hardcore-Fans störten die geheime Einheit, einige liefen sogar auf den Platz. Es darf bezweifelt werden, dass sich alle an die Corona-Hygienevorschriften hielten. Immerhin: Die Polizei musste nicht einschreiten. Einen Tag später wurde Stürmer Davie Selke positiv auf das Virus getestet und fiel aus. Wo er sich angesteckt hat, blieb unklar.

Vor dem Anpfiff stellte sich Sportdirektor Arne Friedrich vor die TV-Kamera und ging nochmal auf die Pokalschmach ein: „Die Niederlage wird noch bis zum Finale schmerzen. Wir sollten nicht mehr so viel reden, sondern arbeiten. Man wird uns heute nicht viel zutrauen. Das ist aber auch eine Chance.“

Hertha-Fans fordern Reaktion

Den Fans war beim Spiel gegen Union besonders die passive Spielweise in den ersten halben Stunde auf die Nerven gegangen, diesmal skandierten die Anhänger unmittelbar vor Beginn des Spiels: „Wir wollen euch kämpfen sehen!“

Münchens Thomas Müller trifft unbedrängt zum 2:0. Foto: dpa

Trainer Tayfun Korkut wollte nicht abwartend spielen lassen, sich nicht hinten reinstellen. Frommer Wunsch, der gegen die bärenstarken Münchner aber nicht in Erfüllung ging. Bayern drückte und Corentin Tolisso traf nach einer Minute und 50 Sekunden ins Hertha-Tor. Zum Glück war stand er im Abseits! Der Treffer zählte nicht. Doch die Blau-Weißen ließen danach weitere Torchancen zu. Erst nach zwanzig Minuten wagten sie sich mal nach vorne und hatten sogar eine Möglichkeit durch Ishak Belfodil (21.).

Bayern darf unbedrängt einschießen 

Doch nur vier Minuten später sahen alle mal wieder den Abwehr-Hühnerhaufen. Kingsley Coman flankte und Tolisso kam zum Kopfball, genau zwischen Marton Dardai und Maxi Mittelstädt – unglaublich! Der Ball rauschte zum 1:0 für die Münchner rein.

Dann der blau-weiße Klassiker-Fehler nach einem Standard: Joshua Kimmich schlug eine Freistoßflanke und Thomas Müller konnte völlig unbedrängt zum 2:0 (45.) einschieben. Immer wieder diese Blackouts! Dabei hatte sie Korkut vorher nochmal angesprochen: „In jeder Sekunde, in jedem Zweikampf müssen wir fokussiert sein.“

Half alles nichts! Das Spiel war zur Pause schon gelaufen. Bezeichnend war dann das 0:3, wie wenig bei Hertha in der Hintermannschaft funktioniert. Ausgerechnet Torwart Alexander Schwolow, der bis dahin Schlimmeres verhinderte, patzte komplett. Bei einem viel zu schwachen Querpass zu Linus Gechter sprintete Leroy Sane dazwischen und machte das 3:0 (75.). Es folgte das 4:0 durch Serge Gnabry (79.). Ein bisschen Kosmetik betrieb Jurgen Ekkelenkamp als er zum 1:4-Ehrentreffer (80.) abstaubte. 

Hertha-Trainer Korkut schaut nach vorn

Youngster Linus Gechter sagte nach der erwarteten Pleite: „Wir haben gekämpft. Da kann man uns heute keinen Vorwurf machen. Mund abputzen und weitermachen. Gegen Bayern ist es brutal anstrengend. Wir müssen an einigen Dingen arbeiten.“

Und Trainer Tayfun Korkut schaute schon nach vorne: „Wenn es gegen Bayern gelingen soll, brauchst du Torchancen und eine fehlerfreie Abwehrarbeit. Die Momente sind nicht auf unserer Seite. Wir weichen nicht von unserem Weg ab, mutig nach vorne zu spielen. Aber wir müssen defensiv stabiler werden. Wir werden hart dafür arbeiten, dass sich das ändert.“

Hertha steckt knöcheltief im Abstiegskampf, die Punkte müssen jetzt gegen andere Klubs geholt werden.

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