Ex-Hertha-Zauberfuß Matheus Cunha fällt auch in Spanien durch Lamentieren auf, kommt aber nun langsam besser bei Atlético zurecht. Imago

Keine Frage, Herthas ehemaliger Zauberfuß Matheus Cunha hat das Zeug, einer der Besten zu werden. Doch nach seinem Rekord-Wechsel zu Atlético Madrid konnte der Spielmacher in Spanien noch nicht überzeugen. Mehr Flop als Top: Für Ex-Hertha-Star Cunha wird 2022 das Jahr der Wahrheit.

Es sollte nichts anderes sein als ein absoluter Top-Klub. Cunha wartete also lange, bis er sich entschied, Hertha zu verlassen. Als das 35-Millionen-Angebot von Spanien-Meister Atlético ins Haus flatterte, war das wochenlange Transfer-Theater sofort erledigt. Sportchef Fredi Bobic freute sich über den satten Geldregen. Viele Fans trauerten dagegen um den Verlust ihres Topscorers und rümpften besonders die Nase, als Cunhas Ziel bekannt wurde.

Cunha schiebt bei Atlético Frust 

Imago
Atlético-Trainer Diego Simeone gilt als Taktik- und Disziplin-Fanatiker und schaut auch Matheus Cunha genau auf die Füße.

Denn bei Atlético weht ein ganz anderer Wind. Trainer Diego Simeone gilt als der vielleicht härteste Hund im Fußballgeschäft, als echter Taktik- und Disziplin-Fanatiker. Dinge, die bekanntlich nicht unbedingt zu Cunhas Stärken zählen.

Entsprechend schlecht lief es in der spanischen Hauptstadt für den ballverliebten 22 Jahre alten Brasilianer in den ersten Monaten. Über Wochen schaffte es Cunha im Star-Ensemble des Champions-League-Teilnehmers nicht in die Startelf, durfte in der Liga mal zehn, mal 13, mal 23 Minuten ran. Coach Simeone vertraute im Sturm lieber Luis Suarez und Rückkehrer Antoine Griezmann. Auf der ganz großen Bühne, der Königklasse, saß Cunha in den ersten drei Spielen gegen den AC Mailand, den FC Porto und den FC Liverpool sogar die kompletten 90 Minuten nur auf der Bank.

Cunha darf sich mit Messi messen

Seine bei Hertha BSC (40 Spiele, 13 Tore, 10 Vorlagen) bewiesene Torgefährlichkeit kennen sie in La Liga bisher nur vom Hörensagen. Seinen ersten Treffer erzielte Cunha beim 2:2 bei UD Levante. Am 11. Spieltag und in seinem siebten Kurz-Einsatz. 

dpa
Matheus Cunha machte seit seinem Hertha-Abschied vier Spiele für Brasiliens A-Nationalmannschaft, spielte zuletzt in der WM-Quali gegen Messi und Argentinien. 

Immerhin: Der Sprung zum Top-Klub zahlte sich zumindest für seine Karriere in der Nationalmannschaft sofort aus. Während Cunha bei Hertha noch Brasiliens U23-Auswahl zu Olympia-Gold schoss, darf er nun regelmäßig in der A-Nationalmannschaft zusammen mit Superstar Neymar spielen. Zuletzt sogar beim 0:0 in der WM-Quali gegen Argentinien und Lionel Messi von Beginn an, nachdem er zuvor dreimal eingewechselt wurde.

Cunha erhält Vorzug vor João Félix

Allmählich kommt Cunha auch in Madrid besser in den Tritt. Nach seinem zweiten Tor und seiner ersten Vorlage beim 4:1 in Cadiz, stand Cunha unter Simeone jüngst erstmals und gleich zweimal hintereinander in der Startelf. Geholfen hat es nichts. Gegen die Insel-Kicker aus Mallorca verlor Atlético 1:3, danach das prestigeträchtige Derby gegen Real Madrid 0:2.

Dass er aber zuletzt 128-Millionen-Einkauf João Félix vorgezogen wurde, werten spanische Medien als starkes Signal für Cunha. „Der Brasilianer überzeugt Simeone“, ist sich die Sportzeitung As sicher und schrieb über den Ex-Hertha-Star: „Die Mannschaft ist besser, wenn er auf dem Feld steht.“

Ob Madrid ein Fehltritt war oder nicht, wird sich im kommenden Jahr zeigen. 2022 wird für Cunha auf jeden Fall zum Jahr der Wahrheit, um Simeone und dann dem Rest der Welt zu zeigen, dass er einer der besten Kicker der Welt sein kann. Gelingt ihm das im Champions-League-Achtelfinale gegen ManUnited und konstant in der Liga, könnte auch sein Traum von der WM im Winter in Katar wahr werden. 

Lesen Sie hier mehr über Hertha BSC >>