Bisher durfte Herthas Matheus Cunha bei der Nationalmannschaft Brasiliens nur trainieren. Foto:
imago images/Action Plus

Die Freude war erst groß, dann folgte die Skepsis und jetzt ein ratloses Kopfschütteln. Herthas Matheus Cunha wurde vor zwei Wochen für die Nationalelf Brasiliens nominiert. Problem: eine lange Reise in ein Corona-Risikogebiet. Doch sein Debüt beim 5:0 der Selecao gegen Bolivien fiel aus. Das Cunha nicht wahr sein.

Noch fieser: das gleiche Schicksal ereilte auch Jhon Cordoba bei Kolumbiens 3:0 gegen Venezuela und Omar Alderete bei Paraguays 2:2 gegen Chile. Hertha ist begeistert...

Zauberfuß Cunha saß im Stadion von Sao Paulo 90 Minuten auf der Bank. Er schaute nur zu, als Marquinhos (15.), Roberto Firmino (29., 48.), Philippe Coutinho (72.) und Jose Maria Carrasco mit einem Eigentor (65.) beim südamerikanischen WM-Quali-Spiel trafen.

Dabei war Cunha so stolz: „Das ist das Größte für einen brasilianischen Fußballer, für sein Land zu spielen.“ Auch Hertha-Trainer Bruno Labbadia freute sich mit, aber sah auch schon die Gefahr, dass sein Offensivspieler müde vor dem Liga-Spiel gegen Stuttgart am Sonnabend zurückgekehrt. Ganz zu Schweigen von der akuten Infektionsgefahr.

Diese wird jetzt bei der Reise zur nächsten Quali-Partie Dienstag in Peru noch gesteigert. Denn es wird in Lima gespielt. Die Hauptstadt gilt als größter Corona-Hotspot der Welt. Mal sehen, ob Cunha wenigstens da seinen Traum vom Debüt verwirklichen darf. Wenn nicht, ist dieser Trip für ihn eine große Enttäuschung und für Hertha ärgerlich. Denn Cunha gehört zu den wichtigsten Spielern. Ein müder Matheus hilft nicht gegen Stuttgart.