Matheus Cunha (r.) läuft Unions Marvin Friedrich davon. Könnte auch Ostersonntag wieder so passieren.  Foto: Koch

Wer ist die wahre Nummer 1 in der Stadt? Hertha BSC oder der 1. FC Union? Die Rot-Weißen spielen eine tolle Saison und sind verdient auf Platz 7, während die Blau-Weißen um den Klassenerhalt kämpfen. In den bisherigen drei Bundesliga-Derbys hat Hertha die Nase vorn. Zwei deutliche Siege mit 4:0 und 3:1 und einer knappen Niederlage mit 0:1. Ostersonntag, ab 18 Uhr, gibt es das vierte Kapitel. Hauptdarsteller sind Unions Max Kruse (33) und Herthas Matheus Cunha (21). Beide können das Stadtduell entscheiden, denn sie sind die Toptorjäger und Topscorer ihrer Teams. Der KURIER nimmt Kruse und Cunha genau unter die Lupe.

Herthas Cheftrainer Pal Dardai (46) schaut optimistisch auf das Derby und sagt: „Ich habe ein gutes Gefühl. Die Jungs haben alle gut trainiert.“ Bei Matheus Cunha, der einen Monat lang verletzt war, hat er besonders hingeschaut: „Matheus und Jhon Cordoba sind im Training gut abgegangen.“ Es scheint so, dass der junge Brasilianer für das Derby auf den Punkt wieder topfit ist.

Im Januar 2020 wechselte er von RB Leipzig an die Spree. Bei beiden Derby-Siegen gegen Union war er ein Hauptakteur. Beim 4:0 im Mai 2020 traf er einmal, beim 3:1 im November bereitete er den Treffer von Peter Pekarik zum wichtigen 1:1-Ausgleich vor.

Cunha kann an guten Tagen der Dreh- und Angelpunkt des blau-weißen Spiels sein. Er führt die teaminterne Torschützenliste mit sieben Treffern an. Dazu bereitete er fünf Tore vor.

Doch der Supertechniker kriselte über 13 Spiele – genau wie das ganze Team. Das lag erst an Adduktorenproblemen, zuletzt musste er beim 2:1 in Augsburg und beim 0:2 in Dortmund wegen einer Muskelverletzung im Oberschenkel aussetzen.

Doch die Pause scheint im gutgetan zu haben. Beim 3:0 gegen Leverkusen brillierte er und traf endlich wieder.

Cunhas Qualitäten liegen besonders im kreativen Zweikampf. Kein Bundesliga-Spieler geht öfter ins Dribbling als der offensive Mittelfeldspieler, insgesamt 133-mal! Davon gewann er 53 Prozent aller Zweikämpfe. Eine starke Quote für einen Kreativspieler. Dardai befördert diesen Mut und das Risikospiel und sagt: „Es dürfen vorne Fehler gemacht werden.“ Doch Dardai hat es auch geschafft, dass der Techniker mehr für das Team arbeitet und taktische Vorgaben mit guten Pässen erfüllt.

Eine weitere Stärke des Brasilianers: Er kann auf dem Flügel, hinter den Spitzen und als Mittelstürmer spielen. Vergleiche mit Herthas früheren Brasilianern wie Marcelinho oder Alex Alves mag er aber nicht so sehr. Cunha: „Jeder Spieler hat seine eigene Geschichte. Ich weiß, was sie gemacht haben. Ich möchte meine eigene Geschichte schreiben.“ Ostersonntag kann ein weiteres Kapitel beim Derby dazukommen.