Marton Dardai hat die gleichen Kämpfer-Gene wie sein Vater Pal Dardai. Foto: Koch

Schlechte Saison, aber einen großen Gewinner gab es doch bei Hertha BSC. Marton Dardai (19) ist die Entdeckung eines turbulenten blau-weißen Jahres. In der Rückrunde wurde der Innenverteidiger Stammspieler. Bei „Hertha-TV“ gab er sein erstes großes Interview und präsentiert sich als ganz schön cooler Typ mit eigenem Kopf.

Chefcoach und Papa Pal Dardai regt sich immer schrecklich auf, wenn vom „Trainersohn“ geredet wird, weil einige meinen, dass das nach Bevorzugung riecht. Das Gegenteil ist der Fall. Marton Dardai erklärt es ganz einfach: „Auf dem Feld ist er für mich ein Trainer. Ich bin sein Spieler. Das ist normal. Bei uns in der Familie ist es so. Mein Opa war schon Trainer meines Vaters.“

In der Mannschaft ist Dardai Junior bei den Mitspielern anerkannt. Doch gleich am ersten Tag, als Pal Dardai im Januar wieder Cheftrainer wurde, staunten seine Kollegen dann doch ein bisschen. Der U19-Nationalspieler mit dem starken linken Fuß und guten langen Pässen verrät: „Ich werde in Ungarn und auch von meinem Vater nur ,Mortsi’ genannt. So hat er mich dann in der Kabine angesprochen. Das wusste vorher keiner.“ Seitdem heißt er bei allen Mortsi.

Seine vorherigen Jugendtrainer bestätigen seine Qualitäten – Fleiß und Ehrgeiz. Eine seiner Spezialitäten ist Balljonglieren mit dem Kopf. Erstaunliche 44-mal hintereinander schaffte er das schon als Elfjähriger. Marton stolz: „Das hat mir mein Opa beigebracht. Der hat mir die Technik erklärt.“ Das war damals noch beim FC Wilmersdorf. Als er 2012 zu Hertha wechselte, musste er ein Probetraining machen. Also: Bevorzugung, weil er Sprössling von Hertha-Denkmal Pal Dardai ist? Keine Spur!