Der Traum wurde wahr: Marton Dardai feierte in Augsburg am Sonnabend sein Bundesliga-Debüt.  Foto: Hertha BSC

Die Dardai-Dynastie bei Hertha BSC geht weiter! Nach Klub-Legende Pal (44) und seinem ältesten Sohn Palko (21) feierte beim 3:0-Sieg in Augsburg der erst 18-jährige Marton Dardai sein Bundesliga-Debüt. Für Bruno Labbadia (54) „der logische Schritt“. Denn der blau-weiße Cheftrainer hält große Stücke auf den zweitältesten Sohn von Pal Dardai.

Der lang ersehnte Moment war in der 92. Minute in der Augsburger WWK-Arena gekommen. Marton schnupperte das erste Mal Profi-Luft, durfte für Kapitän Dedryck Boyata aufs Feld. Und überflügelte damit seine Familienmitglieder: Mit 18 Jahren, acht Monaten und 26 Tagen war er früher dran als sein älterer Bruder Palko (debütierte unter seinem Vater vier Tage nach seinem 19. Geburtstag), Pal feierte seinen Hertha-Einstand unter Jürgen Röber im Alter von 21 Jahren, 6 Monaten und 18 Tagen.

Bruno frotzelt über Pal

„Marton hat einen sehr guten linken Fuß, einen guten Spielaufbau, lernt stetig dazu, ist sehr wissbegierig und hat sich jetzt auch körperlich noch mal entwickelt“, lobt Labbadia den deutschen U19-Nationalspieler, der zuvor bereits zehnmal im Profi-Kader stand, aber nicht zum Zug kam.

„Wenn ich die sieben Monate sehe, die ich jetzt hier bin, muss ich sagen: Marton ist ein sehr klarer Junge“, erklärt Labbadia und fügt mit lauten Lachen an: „Die gute Erziehung muss er von der Mama haben. Beim Papa weiß ich’s nicht so ganz.“

Keine Sorge, Herthas Cheftrainer und sein Vor-Vor-Vor-Vorgänger Pal (Februar 2015 bis Juni 2019), der nach einer einjährigen Auszeit wieder den Nachwuchs trainiert, verstehen sich seit Jahren gut.

Und es scheint, als habe Papa Pal seine Allrounder-Qualitäten gleichmäßig an die Söhne verteilt. Palko als Außenbahnstürmer bekam das Offensiv-Gen, Marton denkt mehr defensiv. Während Palko nach sieben Profi-Einsätzen derzeit in Herthas U23 in der Regionalliga stürmt (zwei Tore und zwei Assists in sieben Spielen), hat Marton in den nächsten Einheiten in der Länderspielpause die Chance, sich weiter in den Vordergrund zu spielen.

Bruder Bence stürmt in der U16 

Können mächtig stolz auf ihre drei Söhne sein: Monika und Pal Dardai.
Foto: Imago Images

„Wir arbeiten gerne mit ihm. Ich hoffe, dass er weiter diese Entwicklung nimmt“, sagt Labbadia und fordert vom 1,88 Meter großen Innenverteidiger, sich bloß nicht auf den Lorbeeren auszuruhen: „Entscheidend ist, dass solche jungen Spieler bereit sind, immer weiter an sich zu arbeiten. Wir fordern und fördern sie, durch die Tür müssen sie selbst gehen.“

Umso so schöner für alle Blau-Weißen, dass mit Marton nach Maximilian Mittelstädt und Jordan Torunarigha (beide 23) nach längerer Zeit wieder ein Hertha-Eigengewächs mittendrin statt nur dabei ist.

Und: Herthas Dardai-Dynastie ist damit noch nicht vorbei. Der dritte Spross, Bence (15), stürmt in der U16. Und wird dort – wie Marton und Palko einst – von seinem Vater trainiert. Wohin das führen kann, ist allerspätestens seit Sonnabend klar …