Herthas Santiago Ascacibar (M.) traf zum 1:0 gegen Liverpool und verletzte sich dabei am Kopf.  imago

Fast 30 Jahre nach dem legendären Diego Maradona bekommt es Drittligist SV Meppen wieder mit einem Argentinier zu tun. Allerdings mit einem etwas anderem Gaucho: Mittelfeldabräumer Santiago Ascacibar soll dafür sorgen, dass Hertha BSC am Sonntag (15.30 Uhr) in der 1. Pokalrunde im Emsland nicht untergeht. Cheftrainer Pal Dardai verteilt vor dem Saisonstart ein Sonderlob.

„Wir brauchen Santi“, sagt Dardai klipp und klar und erklärt über den jüngsten Auftritt des blau-weißen Mentalitätsmonsters: „Er hat nicht mal gewusst, ob er ein Tor gemacht hat oder noch lebt. Er wollte einfach weiterspielen und alles für den Verein geben. Solche Leute brauchen wir bei der Hertha-Familie.“

Santi Ascacibar verdrängt zunächst Lucas Tousart 

Ascacibar traf beim spektakulären 4:3-Testsieg gegen den FC Liverpool zum 1:0 – weil er sich ohne Rücksicht auf seine Gesundheit in den Zweikampf mit LFC-Keeper Caoimhín Kelleher schmiss und den Ball über die Linie drückte. Dabei verlor er kurz das Bewusstsein, zog sich eine Gehirnerschütterung zu.

„Bei solchen Geschichten bin ich besonders vorsichtig“, sagt Dardai über die teils tückischen Kopfverletzungen. Weil Santi aber hart im Nehmen ist und seit Mittwoch wieder voll trainiert, darf der Gift-Gaucho in Meppen wieder ran. Dardai: „Die Ärzte haben grünes Licht gegeben.“

Damit ist auch klar: Rekordtransfer Lucas Tousart sitzt nach seiner Olympia-Rückkehr zunächst auf der Bank. Dardai über den Franzosen: „Er ist fit. Aber die Spieler, die hiergeblieben sind, haben einen Vorteil. Santi hat sich richtig gut vorbereitet.“

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Ascacibar erhält den Vorzug, weil er genau das verkörpert, was Dardai und Fredi Bobic diese Saison in jedem Spiel fordern: bedingungslosen Einsatz. Herthas neuer Sportchef: „Mentalität schlägt immer wieder Qualität. Das hat die EM gezeigt.“

Pokal-Fight wie für Ascacibar gemacht 

Laufbereitschaft, den Willen, sich aufzureiben – und dem Gegner auch mal wehzutun. Mit seinen Qualitäten soll der 1,68 Meter kleine Blondschopf dafür sorgen, dass die Meppener mindestens so Staunen wie einst bei Maradonas Debüt für den FC Barcelona – und dafür, dass Hertha sich nicht wie beim bitteren Erstrunden-Aus im Vorjahr den Schneid abkaufen lässt. Beim 4:5 gegen den späteren Zweitliga-Absteiger Braunschweig fehlte Ascacibar wegen einer Fußverletzung.

Jetzt soll der abseits des Platzes stets freundliche 24 Jahre alte Ascacibar im defensiven Mittelfeld aufräumen. Sportdirektor Arne Friedrich: „Meppen wird uns alles abverlangen. Auch körperlich. Wir müssen die Ärmel hochkrempeln und liefern.“

Klingt nach einer Jobbeschreibung, die wie für Ascacibar gemacht ist.

So will Hertha spielen: Schwolow – Pekarik, Stark, M. Dardai, Plattenhardt – Ascacibar, Boateng – Lukebakio, Serdar, Dilrosun – Selke.