Manager Michael Preetz (52) will Niko Kovac im Sommer zurück nach Berlin holen. Foto: Jürgen Engler, dpa

Berlin-Westend  – Es wäre ein echter Coup und Balsam auf die in dieser Saison geschundene blau-weiße Seele. Hertha-Manager Michael Preetz (52) hat sich nach KURIER-Informationen bei der Trainer-Suche für die neue Spielzeit auf Ex-Bayern-Coach Niko Kovac (48) festgelegt. Der Wunschkandidat der Hertha-Fans sendet erste positive Signale.

„Ich spüre langsam den Drang, die Freude, den Willen, als Trainer wieder etwas zu machen. Ich fühle jetzt wieder die Spannung und gehe davon aus, dass ich im Sommer wieder arbeite. Darauf bereite ich mich gezielt vor“, verkündete Kovac jüngst, nachdem er sich in seiner Wahlheimat Salzburg von den Strapazen und den Nachwehen seiner Bayern-Tätigkeit erholte.

Galt bis vor kurzem im Kovac-Umfeld ein Hertha-Engagement noch als nicht wahrscheinlich, soll nun ein Umdenken beim in Wedding geborenen Kroaten stattgefunden haben. Kovac selbst sagt: „Alles was nach Bayern kommt, ist nicht so groß. Es muss passen – wenn es das tut, dann bin ich aber auch bereit, ein, zwei Schritte zurückzugehen – ich muss mich damit identifizieren können.“

BVB-Interesse abgekühlt

Preetz hatte sich nach dem Rücktritt von Jürgen Klinsmann vor zwei Wochen noch skeptisch über die Chancen einer Kovac-Verpflichtung geäußert: „Jeder weiß, dass Niko sicher viele Angebote, national und international, auf den Tisch bekommen wird.“

Besonders Borussia Dortmund beschäftige sich intensiv mit Kovac. Seitdem BVB-Coach Lucien Favre wieder fester im Sattel sitzt, soll das Interesse an Kovac abgekühlt sein.

Preetz war zuletzt nach den vielen Hertha-Beben als Krisenmanager gefragt. Nun wird die Trainer-Frage, wer im Sommer auf Interimscoach Alexander Nouri (40) folgt, aber konkret. Der KURIER erfuhr: Preetz hat sich auf Kovac als neuen Trainer festgelegt, arbeitet intensiv an der Verpflichtung.

Der Kroate Kovac hat bereits bewiesen, dass er ein Team formen kann – unter gänzlich verschiedenen Voraussetzungen: Zu Beginn seiner Trainerkarriere führte er sein Heimatland als Nationaltrainer zur WM 2014 in Brasilien. Danach rettete er erst Eintracht Frankfurt in der Relegation vor dem Absturz in die Zweitklassigkeit, bevor er im Folgejahr die SGE zum Pokalsieg gegen seinen späteren Arbeitgeber coachte. Beim FC Bayern holte Kovac in seiner ersten Saison das Double, musste aber im Herbst gehen.

Aus Berlin, für Berlin: 2003 kehrte Kovac schon einmal zu den Blau-Weißen zurück. Foto: Imago Images

Fan-Liebe ausschlagebend? 

Schon damals stand er als Nachfolger vom ebenfalls im Herbst entlassenen Ante Covic ganz oben auf Preetz’ Trainer-Liste. Doch Kovac, der der Taufpate von Covics Sohn Maurice (21) ist und als Spieler von 1991 bis 1996 und von 2003 bis 2006 insgesamt 242 Mal die Fahne als auf der Brust trug, sagte Hertha ab.

Jetzt scheint er nicht mehr abgeneigt, das Amt bei den Blau-Weißen zu übernehmen: „Ich bin bereit dort hinzugehen, wo ich mich wertgeschätzt fühle, wo etwas entsteht. Das ist letztlich entscheidend“, erklärt Kovac. Die ihm entgegenbrachte Hertha-Fan-Liebe und die neuen finanziellen Möglichkeiten durch Investor Lars Windhorst könnten also ausschlaggebend sein.

Gelingt Preetz der Coup, würde er auch Druck von seiner eigenen Person nehmen. Seiner starken Volltreffer-Quote bei Spieler-Transfers steht sein unglückliches Händchen bei der Trainer-Wahl gegenüber. Das könnte sich mit Kovac ändern.