Hertha-Trainer Sandro Schwarz schätzt Suat Serdar sehr, will ihn in der Rückrunde wieder in Topform bringen.
Hertha-Trainer Sandro Schwarz schätzt Suat Serdar sehr, will ihn in der Rückrunde wieder in Topform bringen. imago/Contrast

Als Sandro Schwarz das Hertha-Zepter von Felix Magath im Sommer übernahm, freute sich ein Spieler besonders: Suat Serdar. Der Mittelfeldmann wurde unter Schwarz in Mainz einst sogar Nationalspieler. Bei Hertha läuft es dagegen weiter nicht wirklich rund. Doch damit soll nun Schluss ein. Wie schon bei Dodi Lukebakio: Hertha-Coach Schwarz hat die Lösung für das Serdar-Rätsel

Die Hoffnung der Hertha-Fans war groß, dass Serdar, einst von Ex-Co-Trainer Zecke Neuendorf als „Gigantus“ geadelt, in seinem zweiten Jahr in Berlin endlich zeigt, was er eigentlich drauf hat. Nach 15 Spieltagen lässt sich während der WM-Pause festhalten: So ganz ist Serdar immer noch nicht bei Hertha BSC angekommen. 

Der Cheftrainer sieht das Serdar-Rätsel natürlich nicht ganz so dramatisch: „Was seine Leistung betrifft, finde ich, drei Tore als Mittelfeldspieler eine gute Quote“, lobt Schwarz, der allerdings sofort auch ein „Aber“ hinterherschiebt: „Es gab Phasen in manchen Spielen, wo man sieht, dass ihm die nötige Konstanz noch fehlt.“

Suat Serdar: Schalke-Abstieg und Hertha-Krise

Tatsächlich zeigt Serdar regelmäßig zwei Gesichter. Auf starke Leistungen und einen Torerfolg wie am 2. Spieltag gegen Frankfurt (1:1) folgten meist wieder zwei, drei schwache Spiele, bis Serdar danach wieder stark aufspielte. Zweifel kommen Schwarz aber definitiv nicht. „Er hat das Potenzial und auch die Qualität, keine Frage“, erklärt Serdars einstiger Förderer zu Mainzer Zeiten. 

Ein Bild aus dem Jahr 2017: Suat Serdar und Hertha-Trainer Sandro Schwarz arbeiteten bereits erfolgreich in Mainz zusammen. 
imago/Martin Hoffmann
Ein Bild aus dem Jahr 2017: Suat Serdar und Hertha-Trainer Sandro Schwarz arbeiteten bereits erfolgreich in Mainz zusammen. 

Ein Grund ist Serdars Vergangenheit, die offensichtlich Spuren hinterlassen hat. Zur Erinnerung: Serdar gehörte zu einer Gruppe von Schalke-Spielern, die 2021 nach dem Abstieg von einigen Fans gejagt wurden. 

Hertha: Trainer Schwarz will Serdar in Topform bringen

Auch in Berlin, wo alles besser werden sollte, wurde Serdar verdammt oft an das Schalker Seuchenjahr erinnert. Bis zum Ende zitterte Hertha um den Klassenerhalt. Dabei marschierten einige Fan-Chaoten beim Training auf, bedrohten Serdar und andere Hertha-Spieler und demütigten die Profis nach dem 1:4 im Derby gegen den 1. FC Union mit einem Trikot-Eklat.

„Er hat viel erlebt. Das darf man nicht unterschätzen. Das macht sicher etwas mit einem Spieler“, weiß Schwarz und erklärt: „Du fängst dann in der einen oder anderen Situation schneller an zu grübeln, denkst: ‚Jetzt geht das schon wieder los.‘ Das hat ihn im Sommer definitiv beschäftigt.“ 

Mit genau diesem Gang in Serdars Gefühlswelt könnte Schwarz den richtigen Weg einschlagen. Schon bei Dodi Lukebakio löste der Coach auf dieser Ebene das Leistungsproblem.

Hertha BSC: Suat Serdar will mehr Tore schießen

Ab Januar will Schwarz Serdar wieder in Topform bringen, verspricht:„ Ich bin total überzeugt von ihm. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis er die Konstanz wieder hat. Das gehen wir jetzt an.“ 

Das Gute: Suat selbst will das Serdar-Rätsel schnellstmöglich lösen und hat sich für 2023 viel vorgenommen: „Offensiv muss ich nachlegen – drei Tore sind nicht genug. Wir müssen diese Zeit nutzen, um uns als Team zu verbessern. Nur so kommen wir weiter.“

Gelingt ihm das, wird aus Serdar bei Hertha vielleicht doch noch ein „Gigantus“ ...

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