Dodi Lukebakio (l.) im Zweikampf mit Unions Marvin Friedrich. Foto: City-Press

Das ist rekordverdächtig! Sieben Trainer in zwei Jahren und zwei Monaten. Was andere Spieler in ihrer ganzen Karriere an Fußballlehrern erleben, schafft  Dodi Lukebakio (24) in kürzester Zeit. Gestern begrüßte Herthas Ex-Stürmer in Wolfsburgs seinen Trainer Nummer 7:  Florian Kohfeldt (39). Bekommt Kohfeldt den Belgier endlich hin oder Lukebakio auch Kohfeldt?

Florian Kohfeldt hat ab sofort das Kommando beim VfL Wolfsburg.  Foto: dpa

Lukebakio und die Trainer, eine skurrile Geschichte. Im Sommer 2019 kam Dodi vom FC Watford. Hertha BSC blätterte rund 20 Millionen Euro Ablöse hin. Mit viel Vorschusslorbeeren wurde der Belgier empfangen. Schließlich hatte er zuvor eine gute Saison bei Fortuna Düsseldorf unter Coach Friedhelm Funkel gespielt.

Trainer-Newcomer Ante Covic sollte Lukebakio bei den Blau-Weißen zu Höchstform trimmen, doch auch da fiel schon auf, dass es der Belgier nicht so mit der taktischen Disziplin und Kampfmodus hält. Viele die dachten, es sei das Versäumnis von Covic, sahen dann später ein, dass die Defizite bei Lukebakio liegen, obwohl er Tore schoss und auch welche vorbereitete. Die vorübergehenden Trainer-Erscheinungen Jürgen Klinsmann und Alexander Nouri bissen sich die Zähne genauso aus wie dann Bruno Labbadia.

Labbadia war entnervt

Völlig entnervt verbannte Labbadia seinen Problemstürmer Ende Januar 2021 vor dem Heimspiel gegen Bremen aus dem Kader. Begründung: „Fehler darf jeder machen bei uns. Aber stehenbleiben, nicht bereit zu sein, den Weg zu machen, können wir uns nicht leisten.“ Hertha verlor trotzdem 1:4 und Labbadia war seinen Job los.

Nachfolger Pal Dardai gab dem launischen Lukebakio wieder eine Chance. Doch spätestens im vergangenen Sommer hatte Herthas Ikone auch die Hoffnung aufgegeben. Dodi sollte gehen. Auf dem letzten Transferdrücker wurde der Stürmer an Wolfsburg für ein Jahr ausgeliehen. Da waren die Wölfe Tabellenführer!

Als Lukebakio kam, lief es nicht bei Wolfsburg

Die brutale Bilanz: Seit Lukebakio in der VW-Stadt ist, stottert der Angriffsmotor, zuletzt gab es vier Pleiten in Folge. Unrühmlich war Lukebakios Fehlverhalten beim 0:2 beim 1.FC Union. Zweikampf verloren, auf dem Hosenboden sitzengeblieben und der Gegner macht das Tor. Herthas Fans kannten es ja schon.

Resultat: Trainer Mark van Bommel musste nach der 0:2-Heimpleite gegen Freiburg gehen. Jetzt versucht  Florian Kohfeldt sein Glück und sagt: „Ich werde die kurze Zeit bis zum nächsten Spiel in Leverkusen jetzt vor allem dazu nutzen, viele Gespräche zu führen und mir einen ersten Überblick zu verschaffen.“

Da wird Kohfeldt dann auch mit Lukebakio reden, seine Taten sieht er dann in Leverkusen. Doch die Frage bleibt in den nächsten Wochen: Wird Lukebakio das Opfer von Kohfeldt oder umgekehrt?

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