Trainer Sandro Schwarz erklärt Dodi Lukebakio eindringlich die Laufwege beim Training.
Trainer Sandro Schwarz erklärt Dodi Lukebakio eindringlich die Laufwege beim Training. Imago Images/Räppold/Koch

Das Schicksal hat bei Hertha BSC bitter zugeschlagen. Der rechte Flügelflitzer Marco Richter (24) hat einen Tumor im Hoden. Er kämpft um seine Gesundheit und fällt wahrscheinlich die Hinrunde aus. Wer wird Richter jetzt ersetzen? 20-Millionen-Stürmer Dodi Lukebakio (25) ist der Topkandidat dafür.

Eigentlich war der Belgier Verkaufskandidat Nummer eins bei Hertha BSC. Doch während andere blau-weiße Profis längst weg sind, blieb Lukebakio. Trainer Sandro Schwarz versuchte in den ersten dreieinhalb Wochen seiner Amtszeit, Lukebakio auf Kurs zu bringen. Schon vor Richters Schockdiagnose deutete der Coach an, dass er weiter auf den vom VfL Wolfsburg zurückgekehrten Offensivspieler baut.

Angesprochen auf Myziane Maolida und Lukebakio, die in der Vergangenheit bisher nicht überzeugen konnten, erklärte Trainer Sandro Schwarz: „Ihre Qualität, die sie haben, setzen sie gut ein. Im Training und auch im Spiel zeigen sie alles, was Geschwindigkeit, was die Tiefe angeht. Sie haben sehr gut trainiert. In der Kürze der Zeit, nehme ich sie so wahr, dass sie ihr Potenzial, was Geschwindigkeit angeht, aktuell sehr gut einsetzen.“

Das klingt zunächst einmal nach einem Lob. Und bei Lukebakio hat sich Schwarz auch schon Gedanken über die beste Position gemacht. Mittelstürmer oder Außenstürmer? Der Coach sagt: „Das ist abhängig von der Grundordnung. Wir wissen natürlich auch, dass er als Stürmer auch agieren kann. Wenn wir mit zwei Spitzen spielen, wenn ein schnelles Umschaltspiel gefragt ist, dann auch als zweiter Stürmer. Aber haben wir ihn auf der Außenbahn.“

Lukebakio: Sieben Trainer in drei Jahren

In Wolfsburgs versuchte es zuletzt Coach Florian Kohfeldt, Lukebakio auf Spur zu bringen.
In Wolfsburgs versuchte es zuletzt Coach Florian Kohfeldt, Lukebakio auf Spur zu bringen. Imago Images/Schrödter

Insgesamt haben in den vergangenen drei Jahren sieben (!) Trainer versucht, dem schnellen und dribbelstarken Techniker mehr taktische Disziplin beizubringen, damit Lukebakio zum Topstar der Bundesliga wird. Bei Hertha waren es Ante Covic, Jürgen Klinsmann, Alexander Nouri, Bruno Labbadia und Pal Dardai. Als er vergangenes Jahr an den VfL Wolfsburg ausgeliehen wurde, versuchten es dort Mark van Bommel und Florian Kohfeldt. Keiner schaffte es wirklich. Jetzt versucht es Schwarz. Auffällig in den ersten drei Wochen Training: Bei taktischen Anweisungen, wie Laufwege, kümmerte sich der Coach besonders um Lukebakio und erklärte ihm immer wieder, wie er sich zu bewegen hat. Kein Profi wurde so oft angesprochen.

Schwarz weiß: „Das Thema wird bleiben – in der Arbeit gegen den Ball, was Aktivität angeht, was Vorwärtsverteidigen angeht.“ Das gilt für alle, aber besonders für Lukebakio. Er hat eigentlich das riesige Talent, aber konnte es noch nie richtig abrufen.

Kein Markt für Lukebakio da

Der Trainer gibt die Hoffnung nicht auf – auch etwas notgedrungen. Lukebakio wurde im Sommer 2019 für 20 Millionen Euro vom FC Watford gekauft, als die erste Rate von Investor Lars Windhorst floss. Ein Verkauf momentan würde wahrscheinlich nicht mal mehr ein Drittel der Summe bringen. Doch die interessierten Klubs sind rar gesät. Es gab lockere Anfragen aus seiner Heimat vom FC Antwerpen und anderen. Doch die Vereine können allenfalls Lukebakio ausleihen, weil sie nicht die Millionen haben.

Die Lösung des Problems ist Lukebakio selbst. Er muss den wichtigen Schritt in seiner Karriere machen, um wirklich wertvoll für das Team zu sein. Jetzt erst recht - nachdem Richter schwer erkrankt ist.

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