Dodi Lukebakio und Krzysztof Piatek jubeln gemeinsam über das Tor zum 2:0 gegen Leverkusen. Foto: AP

Sensationeller Sieg und die überraschendste Szene des Spieltags. Hertha gewinnt 2:0 gegen Leverkusen, das in die Champions League will. Der zweite Treffer hatte es in sich. Denn Dodi Lukebakio beging einen frechen Torklau, nahm Krzysztof Piatek nach dessen starkem Solo den Treffer vom Fuß. Trotzdem jubelten die beiden gemeinsam. Hertha hat wieder einen echten Teamspirit.

In der 54. Minute marschierte Piatek durch den Strafraum, hätte den Treffer einen Meter vor der Linie selbst machen können. Doch plötzlich war Dodi Lukebakio da und übernahm das finale Ballschieben ins Gehäuse. Das Beeindruckende an der Szene: Statt sauer zu sein, jubelte der polnische Nationalspieler mit dem Belgier, umarmte und herzte ihn. Mehr Mannschaftsgeist geht nicht.

„Ich hätte ihn weggegrätscht!“

Trainer Bruno Labbadia scherzte über die kuriose Szene hinterher: „Ich als ehemaliger Stürmer hätte ihn wohl weggegrätscht.“ Dann stellte er klar: „Das war zu 99 Prozent Piateks Tor, vielleicht ein Prozent Lukebakio. Das hat Krzysztof hervorragend gemacht. Auch die Vorbereitung durch Cunha war stark.“

Labbadia lobte nach diesem Dreier mit einer Rumpftruppe (13 Ausfälle) gegen Bayer alle Spieler: „Nach dem Freiburg-Spiel waren alle enttäuscht, doch alle haben sich in nur drei Tagen mental hochgefahren“, erklärt der Coach. Er betont dabei die enorme Laufleistung des gesamten Teams zum Saisonende. „123 Kilometer, das ist ein Topwert!“

Enorme Disziplin, geschlossener Auftritt

Dann kam er zum Wesentlichen: „Die Mannschaft hat eine enorme Disziplin gezeigt, ist geschlossen aufgetreten. Gegen bessere Gegner kannst du nur im Team gewinnen. Das haben alle Spieler überragend umgesetzt.“

Auf diese Erkenntnis und auf dieses Gefühl kann der Trainer für die Zukunft bauen. Die Chemie stimmt nicht nur zwischen den Spielern, sondern ganz besonders auch zwischen Coach und Mannschaft.

Vielleicht gibt es beim Saisonfinale am Sonnabend (15.30 Uhr) ja noch mal so einen Paukenschlag beim Top-Klub Mönchengladbach.