Lucas Tousart trainiert seit drei Tagen bei Hertha. Auf dem Rasen gibt er jetzt schon Kommandos. Foto: Koch

Bienvenue, Lucas Tousart (23)! Hertha BSC hat einen frischen Franzosen. 25 Millionen Euro wurden für das Mittelfeld-Ass von Olympique bezahlt. Die Erwartungen sind groß. Er soll bei den Blau-Weißen ein Schlüsselspieler der Zukunft werden. Ein Jahrzehnt lang setzte ein anderer Franzose der Bundesliga den Stempel auf: Ex-Bayern-Profi Franck Ribéry. Kann das Tousart auch?

„Franck Ribéry ist ein großer Spieler. Er hat die Bundesliga mitgeprägt. Aber ich kann mich nicht mit ihm vergleichen. Er spielt ja auch eine ganz andere Position. Nein, ein Ribéry bin ich nicht“, sagt Tousart bescheiden.

Der ehemalige Bayern-Spaßvogel spielte auf dem Flügel. Herthas neuer Mann ist zentraler Mittelfeldspieler. „Ganz klar, meine Lieblingsposition ist die Sechs. Da fühle ich mich am wohlsten“, so der teuerste Einkauf der Hertha-Geschichte. In den Trainingsspielen spielt er in der A-Elf neben Arne Maier. Schon am dritten Tag erteilt er Kommandos und man erkennt, dass er ein magisches Auge für die Spielsituation hat. Dazu sprüht er vor Freude.

Kein Wunder! Sein letztes Spiel machte er am 8. März für Lyon beim 0:1 in Lille. Danach wurde bei unserem westlichen Nachbarn die Liga wegen Corona abgebrochen. „Wir mussten in Frankreich zwei Monate zu Hause bleiben. Das war eine harte Zeit. Ich konnte mich in meinem Garten fit halten. Ich freue mich riesig, dass ich jetzt wieder gegen den Ball treten und hier trainieren kann“, sagt er.

Sein Eindruck nach drei Tagen bei Hertha fällt so aus: „In der Bundesliga wird härter trainiert. Hier kommt es auf Physis an.“ Das liegt dem 1,85-Meter-Kraftpaket. Viele haben sich gefragt, warum er vom Champions-League-Klub Olympique Lyon ausgerechnet zu Hertha wechselt, obwohl andere europäische Topklubs ihn auch gejagt haben. „Nein, das ist kein Rückschritt, das ist für mich ein Neuanfang. Ich wollte in die Bundesliga. Hier hast du als junger Spieler mehr Chancen zum Einsatz zu kommen“, erklärt er. Und vielleicht damit sich so in die Nationalmannschaft zu spielen.

Tousart: „Das ist jetzt erst mal nicht mein Ziel. Ich konzentriere mich zunächst auf Hertha.“ Damit hat er genug zu tun. Denn neben den Lehrstunden bei Trainer Bruno Labbadia paukt er noch ordentlich Deutsch. Tousart: „Das ist wichtig für die Kommunikation mit den Spielern. Außerdem sollte man die Sprache des Landes, in dem man arbeitet, können.“ Bis dahin: Allez Lucas!