Luca Netz schiebt in der 82. Minute den Ball ins Stuttgarter Tor  zum 1:1 ein. Foto: imago images/Eibner

Trainer Pal Dardai holt seinen ersten Punkt! Hertha BSC krampft sich zum 1:1 (0:1) beim VfB Stuttgart. Nach dem Rückstand war Talent Luca Netz der Punktretter. Er traf zum Ausgleich und ist mit 17 Jahren und 274 Tagen jetzt Herthas jüngster Bundesliga-Torschütze aller Zeiten.

Glücklich und etwas erschöpft stand der Teenie nach dem Abpfiff am Spielfeldrand und sagte über seinen Benjamin-Rekord: „Das wusste ich nicht. Ich bin glücklich, dass ich getroffen habe, aber am Ende hätten wir auch noch gewinnen können.“

In der 79. Minute wechselte Dardai den linken Außenverteidiger ein. Drei Minuten später passte Rio-Weltmeister Sami Khedira (in der 58. Minute eingewechselt) in den Strafraum. Netz stürmte unbekümmert heran. Der Ball hüpfte mit etwas Glück vom rechten auf den linken Fuß. Danach brauchte der Youngster nur noch zum 1:1 einschieben.

Der Videoassistent überprüfte noch ein Handspiel, doch da war nichts. Netz mit frechem, selbstironischem Humor: „Nein, der Ball ging nicht an meine Hand. Den hab ich von einem Fuß auf den anderen gelegt.“

Dardai war glücklich und sagte über den Punkteretter: „Luca ist ein guter Junge und wird nächste Woche nicht mit dem Ferrari vorfahren. Das schätzen wir an ihm.“ Der Trainer war überhaupt mit seinen Einwechslungen zufrieden: „Mit den Wechseln haben wir die richtigen Entscheidungen getroffen. Sami war meine Patrone. Er hat das Tor vorbereitet.“

Ansonsten war der Ungar besonders mit dem verkrampften Spiel in der ersten Halbzeit überhaupt nicht zufrieden: „Die war nicht gut. Aber das hängt auch mit unserer Situation im Abstiegskampf zusammen.“ Schlichtweg: Die erste Halbzeit war gegenüber den guten Spielen in Frankfurt (1:3) und gegen Bayern (0:1) sogar ein Rückschritt.

Zähes, umständliches Spiel und dazu hatten Dodi Lukebakio und Matteo Guendouzi einen ganz schlechten Tag. Torwart Rune Jarstein bewahrte die Blau-Weißen nach einem Kopfball von Konstantinos Mavropanos in der 34. Minute mit einer Glanzparade noch vor dem Rückstand. In der Nachspielzeit, war er dann machtlos. Nach einer Freistoßflanke köpfte Stuttgarts Sasa Kalajdzic im Flug ins Tor. Der Videoassistent überprüfte eine mögliche Abseitsstellung. Doch Herthas Kris Piatek hatte diese mit seiner Fußspitze aufgehoben (45.+1).

Mit 0:1 ging es in die Kabine. Dardai: „Ich bin nicht laut geworden, um die Spieler nicht noch mehr zu verunsichern. Wir haben in Ruhe analysiert.“ In der zweiten Hälfte lief es dann etwas besser und Luca netzte ein. Dardai: „Das Unentschieden ist am Ende gerecht. Für uns zählt jeder Punkt.“