Das bittere Ende für Hertha nach einem irren Abend. Bayerns Lewandowski trifft per Elfer in der Nachspielzeit zum 4:3.  Foto: imago images/Simon

Der KURIER hatte es Freitag geschrieben: „Viele Tore verbergen den Abwehrbrei!“ Herthas Auswärtsspiel beim Rekordmeister FC Bayern wurde zum Schützenfest. Zum Torspektakel. Doch am Ende saß der Frust nach einer starken Leistung tief. Robert Lewandowski schoss die Blau-Weißen mit vier Toren im Alleingang ab. Hertha verlor unglücklich durch einen Elfer in der Nachspielzeit 3:4 (0:1).

Torwart Alexander Schwolow trommelte vor Frust mit der Faust auf den Rasen der Münchner Arena. Fast wäre er am Strafstoß von Lewandowski in der dritten Minute der Nachspielzeit noch drangewesen. So stand es aber 3:4. Fast hätte Hertha diesen einen Punkt in München überraschend mitgenommen. Doch Maxi Mittelstädt hatte vorher Bayerns Knipser mit dem Arm runtergerissen. Schiri Benjamin Cortus hatte gnadenlos auf den Elfmeterpunkt gezeigt.

„Was soll ich nach diesem Spiel sagen? Es ist Fassungslosigkeit da. Wir müssen das doch nicht noch aus der Hand geben. Vorher hätten wir die Flanke verhindern müssen. Heute hätten wir einen Punkt mitnehmen können. Das ist das Ärgerliche. Bayern hatte keine Topform“, sagte Schwolow dann eine Viertelstunde später mit etwas mehr Fassung. Dann lobte der Keeper seine Mitspieler: „Totales Kompliment an die Mannschaft, Supermoral, wir sind immer zurückgekommen.“

Das blau-weiße Team zeigte absolute Disziplin in der Hintermannschaft und netzte sogar als Erster ein. Doch Jhon Cordoba stand im Abseits (16.). 20 Minuten später zählte auch Thomas Müllers Tor für Bayern wegen Abseitsstellung nicht.

Dann begann die große Lewandowski-Show: 1:0 in der 40. Minute, 2:0 in Minute 51. Spätestens da hatten viele mit einer Klatsche gegen die Bayern gerechnet. Doch dann nahm das irre Spiel an Fahrt auf. Cordoba machte in der 59. Minute nach einer Freistoßflanke von Matheus Cunha per Kopftorpedo den Anschlusstreffer. In der 71. Minute spazierte Cunha nach Doppelpass mit dem eingewechselten Kris Piatek durch den Bayern-Strafraum und schob zum 2:2 ein.

Doch Lewandowski schlug wieder zu – 3:2 (85.). Alles vorbei für Hertha? Nein, denn Trainer Bruno Labbadia hat in der 87. Minute noch eine Idee. Er brachte Jungstürmer Jessic Ngankam (20) und der traf 20 Sekunden nach seiner Einwechslung zum 3:3 (88.). Doch das blau-weiße Märchen wurde dann doch noch durch Lewandowskis Elfer zerstört.

Labbadia gefrustet: „Scheiße, ganz einfach Scheiße. Das bleibt nach diesem Abend. Wir hätten einen Punkt mitnehmen müssen.“