Ein Bild aus vergangenen Zeiten, das vielen Hertha-Fans weiterhin wehtut: Ex-Trainer Jürgen Klinsmann und Investor Lars Windhorst.  Foto: Imago Images

Was soll das? Hertha kämpft in der Gegenwart sportlich ums Überleben. Investor Lars Windhorst wühlt dagegen in der Vergangenheit und legt den Finger in eine blau-weiße Wunde: das spektakuläre Intermezzo von Ex-Bundestrainer Jürgen Klinsmann.

„Rückblickend stellen inzwischen ja viele fest, dass viele Impulse und Analysen von Jürgen Klinsmann so falsch nicht waren. Es hätte sehr konstruktiv sein können“, erklärt Herthas Geldgeber anlässlich des bevorstehenden ersten Jahrestags nach dessen spektakulärem Rücktritt als Cheftrainer nach nur 78 Tagen.

Die Aussagen haben Sprengstoff, weil Klinsi nach seiner Facebook-Flucht gnadenlos mit Hertha abrechnete: Von einer „Lügenkultur“ und einem „verachtenswerten Klima“ war die Rede, zudem forderte er: „Die Geschäftsleitung muss sofort ausgetauscht werden.“

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Klinsi selbst wollte sich zum Jahrestag seines Rücktritts nicht äußern. Dabei hat sich bei Hertha BSC ja einiges getan. Ex-Manager Michael Preetz, an dem sich Klinsmann wohl am meisten abarbeitete, musste mittlerweile gehen, weil sein letzter Trainer-Schuss mit Bruno Labbadia auch nicht saß.

Herthas neuer Boss Carsten Schmidt bemüht sich nach dem Preetz-Aus zwar um eine bessere Beziehung zu  Windhorst. Doch dessen teilweise positiver Jahresrückblick kommt bei den Blau-Weißen sicher nicht gut an. Besonders bei Werner Gegenbauer, den Klinsmann „als völlig übel gelaunten Präsidenten“ beschrieb.

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Immerhin: Mit Klinsis Rücktritt-Nachtreten kann Windhorst bis heute nichts anfangen: „Die Art seines Abgangs war und ist für mich nicht akzeptabel. Bis heute bedaure ich, dass Jürgen Klinsmann so gehandelt hat“, sagt Windhorst und erklärt abschließend: „Aber wir sollten nicht weiter in der Vergangenheit wühlen.“