Trainer Pal Dardai schaffte schon 2015 mit Hertha den Klassenerhalt und spielte danach in der Bundesliga oben mit. Foto: imago images/DeFodi

Hertha BSC taumelt mal wieder dem Abgrund mit zittrigen Füßen entgegen und verursacht dabei noch ein Beben. Im Doppelschlag wurden nach dem 1:4 gegen Werder Bremen Trainer Bruno Labbadia und Manager Michael Preetz am Sonntagmorgen gefeuert. Für Preetz macht jetzt Sportdirektor Arne Friedrich den Job. Aber wer übernimmt jetzt die Chaostruppe, die partout keine Mannschaft sein will? Sonntag machte Geschäftsführer Carsten Schmidt noch ein Geheimnis daraus. Dabei pfeifen es die Spatzen von den blau-weißen Dächern, wer Montag als Retter präsentiert werden soll – Pal Dardai.

Nicht Präsident Werner Gegenbauer sprach in der Mega-Krise, sondern der neue Geschäftsführer Schmidt, der seit 55 Tagen im Amt ist. Der neue Boss der Hertha KGaA wollte den Eindruck vermitteln, dass die Situation bei Hertha weiterhin beherrschbar ist. „Das Ergebnis hat uns die Entscheidung diktiert. Wir mussten handeln. Wir sind vorbereitet. Wir haben eine konkrete Vorstellung, wie unser Trainerkandidat sein muss. Wir wollen am Dienstag jemanden auf dem Platz haben, der uns zusammenschweißt und in die Lage versetzt, am Wochenende bei Eintracht Frankfurt was zu holen“, erklärte er.

Selbstbewusst beantwortete Schmidt die Frage, ob der neue Coach Montag präsentiert wird: „Montag ist ein guter Tag.“ Nach KURIER-Informationen wurde bereits mit Pal Dardai verhandelt. Die Vereinsikone, die von Februar 2015 bis Juni 2019 erfolgreicher Chefcoach war, soll sogar bereit sein, den Job nur bis zum Sommer zu machen und nicht darüber hinaus.

„Wir brauchen eine Mannschaft, die sich als solche versteht. Wir haben individuell gute Spieler, die sich aber nicht in den Mannschafsteilen bisher  richtig zusammengefunden haben. Das war zuletzt zum Verzweifeln. Das ist jetzt die Hauptaufgabe“, so Schmidt.

Wer kann das besser als Dardai? Er kennt noch die Hälfte der Spieler. Er setzt Teamgeist auch manchmal brachial durch. Er ist ein Kämpferherz durch und durch. Und er setzt erstmal auf solide Defensivarbeit. Das ist auch bitternötig bei sieben Gegentore aus den letzten beiden Heimspielen (0:3 Hoffenheim, 1:4 Bremen). Dazu warten auf Hertha in den nächsten Wochen Topteams mit Frankfurt, Bayern, Wolfsburg, Leipzig und Dortmund. Da ist nicht Spiel machen angesagt, sondern eher eine gut organisierte Abwehrarbeit mit echten Wühlern. Wetten, dass Dardai den Kämpfer-Gaucho Santiago Ascacibar schon gegen Frankfurt am nächsten Sonnabend spielen lässt…