Bruno Labbadia will mit Hertha oben angreifen, doch dazu gehört auch ein Erholungsschlaf für die Profis in der knallharten Saisonvorbereitung. Foto: imago images/Koch

„Die letzten Matratzen werden am Mittag geliefert, dann kann sich hingelegt werden!“ Herthas Cheftrainer Bruno Labbadia zieht nach vier Wochen Urlaub gleich am ersten Trainingstag auf dem Schenckendorffplatz die Zügel an. Er verordnet seinen Profis eine Mittagsruhe im Sozialtrakt des Klubs auf dem Olympiagelände.

Der Hintergrund ist klar: Die Blau-Weißen verzichten wegen Corona dieses Jahr auf die zwei üblichen Trainingscamps. Sie bleiben über sieben Wochen auf dem Vereinsgelände.

Doch Perfektionist Labbadia wollte es so einfach nicht auf sich beruhen lassen: „Wir haben Betten aufgestellt. Nach dem Vormittagstraining und dem gemeinsamen Mittagessen sollen die Spieler hier bleiben und sich ausruhen. Denn danach geht es gleich weiter mit dem Nachmittagstraining. Am Abend dürfen sie dann zu ihren Familien nach Hause fahren.“

Ruhe werden die Spieler auch nötig haben und wahrscheinlich sogar froh sein, dass sie ein kurzes Nickerchen machen können.

Diese Woche gibt es noch lockere Ballübungen. Aber ab nächste Woche steigt das Konditionsaufbautraining. Labbadia: „Das werden zwei harte Wochen für die Jungs. Sie werden leiden. Danach gibt es dann vier, fünf Tage frei. Dann geht es weiter mit Sprintübungen.“

Labbadia muss auf die Tube drücken. Sein Hauptproblem ist, dass kurz vor Saisonstart Anfang September alle Nationalspieler weg sind. Außerdem fehlen jetzt noch die Neuzugänge. Der Trainer ist aber nicht ungeduldig: „Wir machen hier keine Schnellschüsse. Was wir in diesem Sommer machen, hat eine wichtige Bedeutung für Hertha in den nächsten Jahren.“

Trotzdem weiß auch Labbadia, dass erfahrene Führungsspieler wie Vedad Ibisevic, Per Skjelbred und Salomon Kalou nicht mehr da sind. Ob Marko Grujic doch noch aus Liverpool zurückkommt, ist ungewiss. Labbadia sagt es realistisch: „Die jahrelange Achse in der Mannschaft ist weggebrochen. Jetzt müssen wir eine neue aufbauen. Da müssen wir aber klug vorgehen.“