Hertha-Trainer Bruno Labbadia (54) ist nicht zufrieden. Die große Kritik-Keule schwingt er dennoch noch nicht.   Foto:  Imago Images

Der Druck wird größer. Und die Aufgabe für Hertha BSC bei Spitzenreiter RB Leipzig (Sonnabend, 15.30 Uhr) definitiv nicht leichter. Um die Blau-Weißen endlich in die Spur zu bekommen, greift Cheftrainer Bruno Labbadia vor dem Sachsen-Spiel in die Psycho-Trickkiste.

„Wichtig ist, dass man die Spiele klar analysiert. Wir haben die Fehler auch konkret angesprochen, besonders mit den Spielern, denen die Dinge passiert sind“, erklärt Labbadia nach zuletzt drei Pleiten in Folge.

Doch statt nach dem jüngsten Tiefschlag (0:2 gegen Aufsteiger Stuttgart) die große Keule zu schwingen, wählt Labbadia einen anderen Weg: „Ich habe als Trainer solche Situationen schon häufig erlebt. Man braucht eine klare Linie. Es gilt die Spieler darauf hinzuweisen, was sie zu tun haben. Gleichzeitig muss man sie stärken.“

Vor allem in der Defensive: Zehn Gegentore aus vier Spielen sind deutlich zu viel. Vor allem zwei Dinge muss Hertha so schnell wie möglich abstellen, um beim Champions-League-Halbfinalisten zu bestehen. „Wir müssen die Standardsituationen besser verteidigen. Da appelliere ich an jeden Spieler, sich besser zu verhalten“, fordert Labbadia. 

Dass die viel diskutierte Sprachbarriere der vielen Zugänge daran Schuld trägt, lässt Labbadia nicht gelten. „Das heißt nicht, dass man nicht kommunizieren kann.“ Komplizierter sind die kapitalen individuellen Fehler, die zuletzt gnadenlos bestraft wurden. Labbadia: „Die wurden ja nie von derselben Person gemacht. Das ist auf den ersten Blick nicht leicht abzustellen. Aber wir arbeiten intensiv daran und legen den Fokus nach vorne.“

Damit seine Spieler keine Böcke mehr produzieren, griff Labbadia in die Psycho-Trickkiste: Video-Analysen, Einzel-Gespräche und vor allem gute Laune im Training! Um das angekratzte blau-weiße Selbstvertrauen wieder zu stärken, ließ er unter der Woche auf dem Schenckendorffplatz viel laufen und intensiv das Toreschießen üben. „Die Köpfe gehen mir im Spiel zu schnell runter. Deswegen haben wir die ganze Woche mit viel Tempo und vielen Abschlüssen trainiert, sodass Erfolgserlebnisse da sind“, erklärt er.

Neben einer breiteren Brust hofft Labbadia, dass sein Team bei RB ähnlich stark auftritt wie im Mai. Hertha erkämpfte sich – nach zwischenzeitlichem Rückstand – einen verdienten Punkt (2:2). Labbadia: „Wenn wir diese Geschlossenheit wieder an den Tag legen, sind wir schwer zu schlagen.“