Pascal Köpke und Lukas Klünter (r.) haben bei Hertha einen schweren Stand und wohl keine Zukunft mehr. Foto: Michael Hundt

Wo gehobelt wird, fallen Späne! Hertha BSC will hoch hinaus, der Umbruch im blau-weißen Kader wird immer größer. Neun Profis sind schon weg, zwei weiteren erteilt Trainer Bruno Labbadia (54) nun offiziell die Freigabe: Pascal Köpke und Lukas Klünter.

„Ich bin ein Freund davon, ganz offen über die Situation zu sprechen. Das habe ich mit beiden gemacht“, erklärt Labbadia auf KURIER-Nachfrage. Die 24-Jährigen haben eigentlich noch Verträge bis 2022. Trotzdem fallen sie den neuen blau-weißen Zielen zum Opfer.

Besonders Köpke, vor zwei Jahren für zwei Millionen Euro als Zweitliga-Knipser aus Aue gekommen, erreichte nie Bundesliga-Niveau. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass der Stürmer nie die Chance bekam, sein Können unter Beweis zu stellen: Nur 13-mal spielte der Sohn von DFB-Torwarttrainer Andreas Köpke für Hertha, im Schnitt magere 20 Minuten. „Er muss zum Spielen kommen. Das sieht er genauso. Deswegen macht er sich Gedanken. Wenn es eine Möglichkeit gibt, dann muss er das machen“, sagt Labbadia. Zweitligist Nürnberg soll interessiert sein.

Rechtsverteidiger Klünter, ebenfalls 2018 für die gleiche Summe vom 1. FC Köln an die Spree gewechselt, machte immerhin 35 Spiele. Der smarte und schnelle Ex-U21-Nationalspieler erkämpfte sich nach Startproblemen unter Trainer Pal Dardai sogar einen Stammplatz, war auch unter Ante Covic gesetzt.

Labbadia gab dagegen im Corona-Endspurt Routinier Peter Pekarik den Vorzug. Der Slowake überzeugte in den wenigen Einheiten vor dem Neustart. „Wir hatten eigentlich mit Lukas geplant“, verrät Labbadia. „Aber Peka hat unser Spiel sofort verstanden und noch besser umgesetzt. Man merkt ihm die Erfahrung und Professionalität an.“

Obwohl Hertha mit Deyo Zeefuik (22) sogar noch mal auf seiner Position nachlegte, will Klünter um seinen Platz kämpfen. Große Hoffnung macht ihm Labbadia nicht: „Er ist ein richtig guter Junge. Er wird alles versuchen, dass er mal wieder eine Chance bekommt. Aber ein paar Dinge passen nicht hundertprozentig.“

Trotz der klaren Ansage bleibt ein Problem: Der Transfermarkt (bis 5. Oktober offen) existiert bisher praktisch nicht. Aufgrund der Corona-Krise gibt kaum ein Klub Geld aus. Bis ein Abnehmer für das Duo gefunden wird, könnte also noch reichlich Zeit vergehen.