Ein kleiner Mutmacher aus dem Jahr 2017: Davie Selke traf bei Herthas einzigem Sieg gegen Leipzig (3:2) doppelt. Imago Images/König

Hertha BSC im Krisen-Sieglos-Modus. Die Rückrunde ist ein einziger Absturz. Das Abstiegsgespenst spukt in den Gemäuern des Olympiastadions. Jetzt droht am 23. Spieltag sogar Relegationsplatz 16, wenn die Blau-Weißen am Sonntag (19.30 Uhr) nicht gegen Topteam RB Leipzig gewinnen. Doch was spricht eigentlich für einen Sensations-Heimsieg gegen den Angstgegner aus der Messestadt? Antwort: Nicht viel!

An ganze zwei Strohhalme kann sich Hertha bei der „Mission: Impossible“ klammern. Da ist der bisher einzige Sieg in elf Bundesliga-Spielen gegen die Sachsen in der Saison 2017/18. Im Dezember 2017 bescherten die blau-weißen Profis den Fans ein 3:2 und damit ein schönes Weihnachtsfest. Hertha hatte eigentlich keine Chance, nutzte sie aber – mit nur zehn Mann, weil Jordan Tounarigha in der 7. Minute Rot sah. 90 Minuten konzentrierter Kampf, jeder rannte für jeden. Davie Selke, der damalige Doppeltorschütze, kann es ja jetzt noch mal jedem Mitspieler erklären, wie man ein Wunder schafft.

Hertha kann Trotzreaktion

Trainer Tayfun Korkut hofft auf seinen ersten Sieg im Jahr 2022. City-Press

Dann gibt es da noch die unberechenbare Trotzreaktion dieser fragilen Hertha-Truppe. Vor zwei Monaten setzte es erst eine deftige 0:4-Klatsche in Mainz, doch vier Tage später gewannen die Blau-Weißen gegen den Tabellenzweiten Dortmund mit 3:2. Damit hatten vorher nur die kühnsten Optimisten gerechnet.

Und diesmal? Gelingt ausgerechnet gegen den Gruselgegner die Wende? Hertha kassierte in allen fünf Heimspielen gegen RB deftige Pleiten (1:4, 2:6, 0:3, 2:4, 0:3). Null Punkte, 5:20 Tore! Dazu das Formbarometer. Leipzig startete mit zwölf Punkten super aus der Rückrunde. Hertha vergeigte zuletzt gegen Bochum (1:1) und in Fürth (1:2) zwei Spiele, die Pflichtsiege waren.

Stark hat Corona

Gegen Leipzig fällt jetzt auch noch Kapitän Niklas Stark wegen Corona aus. Trainer Tayfun Korkut muss die Abwehr wieder umbauen. Neben Marco Kempf (vergangene Woche Corona) spielt Youngster Linus Gechter. Korkut: „Wir vertrauen den Spielern, die da sind. Wenn wir mehr als zwei Tore schießen, haben wir eine Chance zu gewinnen.“

Korkut versucht, den Negativtrend umzubiegen, will den Spielern mit Zweckoptimismus Mut machen: „Die Mannschaft weiß, worauf es ankommt. Im Training war diese Woche gute Anspannung, das müssen wir jetzt aufs Spiel übertragen. Vielleicht rechnen nicht viele mit uns. Dafür habe ich Verständnis, wenn man sich die letzten beiden Spiele anschaut. Wir müssen hart sein, hart zu uns selbst und zum Gegner, dann haben wir eine Chance.“ Ja, klar, Wunder gibt es immer wieder …

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