Thomas Kraft (31) zog sich am Mittwoch im Training eine Wadenverletzung zu. Foto: City-Press

Berlin - Das wäre bitter für Thomas Kraft (31) und könnte Herthas Torwart-Karussell wieder in Fahrt bringen! Die Blau-Weißen bangen vor dem Geisterspiel in Hoffenheim (Sonnabend, 15.30 Uhr) um ihre derzeitige Nummer eins. Kraft musste das Training am Mittwoch früh abbrechen. Fällt der Bayer aus, steht laut Torwart-Trainer Zsolt Petry (53) der bisherige Stammkeeper Rune Jarstein (35) bereit.

„Thomas hatte Schmerzen in der Wade“, erklärt Petry auf KURIER-Nachfrage. Wie genau es passiert ist, hat selbst der Ungar nicht mitbekommen. Fakt ist: Nach nicht einmal zehn Minuten wurde Kraft mit bandagierter Wade und mit Hilfe des Golf-Karts der medizinischen Abteilung vom Schenckendorffplatz in Richtung Kabine gefahren. „Es ist etwas am Muskel. Wie schlimm es ist, wird sich die Tage zeigen“, sagt Petry.

Kehrt Jarstein zurück? 

Eigentlich hatte Kraft, seit 2011 Herthaner und bis zur Winterpause der Saison 2015/2016 die blau-weiße Nummer eins, nach vier Jahren als Nummer zwei gerade erst Jarstein aus dem Tor verdrängt. Nun droht ihm aufgrund seiner Verletzung nach nur zwei Spielen (3:3 in Düsseldorf, 2:2 gegen Bremen) wieder das Aus.

Denn Jarstein steht laut Petry, der Interimstrainer Alexander Nouri (40) zum Wechsel zwischen den Pfosten geraten hatte, wieder bereit: „Ich glaube, er hat die Situation verstanden und gut angenommen“, sagt Petry. „Der Hintergedanke war, dass er jetzt eine Pause haben soll, um den Kopf frei zu bekommen. Damit  er, falls er zurückko mmt, seine alte Form findet“, erklärt Petry. 

Petry erklärt Torwart-Wechsel

Als Grund für Jarsteins Leistungsloch nennt Petry die vielen Wechsel im Trainerstab. Ex-Trainer Jürgen Klinsmann (55) schmiss Petry raus, setzte erst auf DFB-Torwarttrainer Andreas Köpke (57). Als der zum Jahreswechsel wieder für Bundestrainer Joachim Löw arbeiten musste, folgte Herthas U21-Torwartlehrer Max Steinborn (31). „Rune haben die ganzen Turbulenzen am meisten mitgenommen. Das ist normal. Es gibt Spieler, die so etwas mehr beschäftigt. Das ist bei einem Torwart noch gravierender als bei einem Feldspieler“, erklärt Petry, der seit Klinsis kuriosen Rücktritt wieder das Sagen hat.

Jarstein bestätigt Petrys Eindruck im Training. Der sonst so ruhige Norweger kommandiert die Vorderleute lautstärker als sonst – wichtig für das Geisterspiel in Sinsheim. „Das Coaching kommt ohne Zuschauer mehr zum tragen“, erklärt Petry. „Wir sind alle gespannt, wie sich das anfühlt. Keiner von uns, hat so ein Spiel schon mal erlebt.“

Egal, wer im Tor steht: Damit Punkte bei der TSG geholt werden, muss Hertha weniger Gegentore kassieren als zuletzt.