Gehen oder bleiben? Hertha-Torhüter Alexander Schwolow (30) hat in Berlin einen schweren Stand und wird von Schalke 04 umworben. Imago

Dass Torhüter Alexander Schwolow bei Hertha BSC auch zwei Jahre nach seinem Wechsel einen schweren Stand hat, ist bekannt. Ebenso, dass Sportchef Fredi Bobic den Kader ausmisten muss, um die leere Klubkasse zu füllen und erst dann überhaupt auf dem Transfermarkt aktiv werden kann. Neu ist dagegen, dass nun sogar die klammen Schalker an Herthas Spielern baggern. 

Ausgerechnet die Gelsenkirchener, werden sich viele Herthaner denken. Der Bundesliga-Rückkehrer ist bei vielen Fans schließlich so beliebt wie Fußpilz zwischen den Zehen an heißen Sommertagen.

Noch mehr Erstaunen ruft bei Hertha-Fans die Meldung hervor, dass die Schalker, die sich sonst die Nase vor dem Bundesliga-Schaufenster plattdrücken, weil sie derzeit und noch für viele Jahre die Horror-Schulden der Vergangenheit abbauen müssen, trotzdem ein Auge auf Hertha-Keeper Schwolow geworfen haben sollen.

Alexander Schwolow kostete Hertha viele Millionen

Dass Schwolow ein Streichkandidat bei Hertha BSC ist, ist dagegen nicht neu. Der erst vor zwei Jahren für satte sieben Millionen Euro vom SC Freiburg verpflichtete Schlussmann (schon damals war Schalke interessiert, musste aber wegen der hohen Ablöse passen) gehört bei Hertha BSC zu den Großverdienern.

Das Problem: Bezahlung und Leistung passten bisher nicht zusammen. Schwolow patzte zwar selten schwer. Ruhe und Sicherheit strahlte der 30 Jahre alte Wiesbadener im Tor aber auch nie aus.

Alexander Schwolow war Schalke 2020 zu teuer

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Hertha-Torwart Alexander Schwolow verletze sich am 28. Spieltag in Leverkusen und stand seitdem nicht mehr im blau-weißen Tor.

Zum Saisonendspurt im Abstiegskampf kam dann auch noch Pech dazu: Schwolow verpasste wegen einer schweren Muskelverletzung die letzten sechs Saisonspiele und musste auch in den Relegationsduellen gegen den Hamburger SV zuschauen.

Weil Ersatzmann Marcel Lotka nach mächtig Wirbel nun definitiv zu Borussia Dortmund wechselt und Nils Körber (25) in der kommenden Saison für Hansa Rostock spielt, stellt sich die Frage: Was passiert im Hertha-Tor?

Hertha BSC: Was wird aus Rune Jarstein?

Vieles wird davon abhängen, wie der neue Cheftrainer Sandro Schwarz die Lage bewertet. Dänemarks U21-Nationalkeeper Oliver Christensen (23) würde liebend gern nach seinem Debüt in der Relegation gegen den HSV die Nummer eins werden. Dann würde Hertha einen neuen Herausforderer suchen und Rune Jarstein (37), dessen Vertrag Ende Juni ausläuft, könnte als Nummer drei und mit seiner Erfahrung für Ruhe im Torwartteam sorgen.

Schwolow-Verkauf gibt Bobic Spielraum

Sucht Hertha trotz des Sparkurses eine neue Nummer eins, bleibt Christensen die zwei. Gut möglich, dass sich Hertha dann nach einer talentierten, vornehmlich für die U23 spielenden Nummer drei umschaut und den Vertrag mit Jarstein nicht verlängert.

Ganz egal wie es kommt: Absolute Prämisse für Hertha BSC ist, Spieler zu verkaufen. Sollte Schwolow (Vertrag bis 2025) tatsächlich den Weg nach Gelsenkirchen zu den Pleite-Schalkern gehen, wäre mehr Spielraum für Bobic bei Verhandlungen da.

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