Ließ Hertha im Regen stehen: Ex-Cheftrainer Jürgen Klinsmann trat nach nur 77 Tagen zurück.  Foto: dpa

Er kann es nicht lassen. Ex-Hertha-Trainer Jürgen Klinsmann (55) entschuldigte sich das erste Mal für seinen kuriosen Facebook-Rücktritt im Februar – stichelt aber erneut gegen die Klub-Bosse.

„Es tut mir sehr leid, wie mein Weggang von Hertha BSC zustande kam, nachdem wir sechs Punkte zwischen uns und den Relegationsplatz gelegt hatten“, sagte Klinsmann in einem Interview der Deutschen Presse-Agentur aus Anlass des 30. Jahrestages des WM-Triumphes der Fußball-Nationalmannschaft 1990. Klinsmann hatte in Italien zu den glanzvollen deutschen Weltmeistern gehört.

Kurios: Nach seiner Entschuldigung macht Klinsmann Hertha erneut Vorwürfe. Der Wahl-Kalifornier behauptet abermals, bis zu seinem Rücktritt kein blau-weißes Vertragsangebot zur Verlängerung bekommen zu haben: „Wir haben es damals in zehn Wochen leider nicht geschafft, zu einer schriftlichen Vereinbarung zu kommen.“ Laut Präsident Werner Gegenbauer und Michael Preetz lag Klinsmann wochenlang ein Angebot vor. 

Ursprünglich war der einstige Weltklasse-Stürmer als Vertrauter von Investor Lars Windhorst als Mitglied des Aufsichtsrates der Profiabteilung zu Hertha gekommen und hatte dann vom glücklosen Ante Covic die Cheftrainer-Rolle übernommen.

Rätsel über Tagebuch

Nur um elf Wochen später wieder hinzuschmeißen. Dabei hatte Hertha in der Winterpause noch knapp 80 Millionen Euro in Neuzugänge investiert - so viel wie kein anderer Verein weltweit. Später kam ein Katalog über von Klinsmann skizzierte Missstände bei Hertha an die Öffentlichkeit. „In der Umsetzung meines Weggangs habe ich sicherlich Fehler gemacht und dafür möchte ich mich nochmals entschuldigen“, erklärte der Wahl-Amerikaner mit Abstand.

„Dass anschließend eine Analyse, die ich in meiner Eigenschaft als Berater des Investors für den internen Gebrauch erstellt habe, an die Öffentlichkeit kam, hat allen Beteiligten geschadet. Mir ist heute noch ein Rätsel, wie das an die Medien kam“, erklärte Klinsmann. In der internen Analyse seines 77-Tage-Auftritts in Berlin warf der Ex-Hertha-Coach dem Berliner Club und besonders Manager Michael Preetz große Versäumnisse vor. „Aber das ist Vergangenheit. Das Allerwichtigste ist, dass Hertha den Klassenverbleib geschafft hat und in der Bundesliga bleibt“, betonte Klinsmann jetzt.