Davie Selke (l.) und Santiago Ascacibar bekamen RB-Stürmer Christopher Nkunku auch mit vereinten Kräften nicht zu fassen.  Imago

Seine Rückkehr hatte sich Davie Selke ganz anders vorgestellt. Für die heftige 0:6-Klatsche bei seinem Ex-Klub RB Leipzig fand der Hertha-Stürmer deutliche Worte. Auch Sportchef Fredi Bobic ist bedient. 

„Das war ein Scheiß-Tag“, gab Selke niedergeschlagen, aber unumwunden zu und erklärte: „Wir haben viel zu billig Gegentore bekommen. Das war heute von A bis Z einfach nicht gut.“

Die mitgereisten 1000 Hertha-Fans, die ihre Mannschaft trotz der trostlosen Vorstellung leidenschaftlich anfeuerten, bat Selke um Verzeihung: „Ich will gar keine Floskeln raushauen. Wir müssen uns bei unseren Fans entschuldigen, die hier hingereist sind und tolle Stimmung gemacht haben – sorry von uns Spielern an dieser Stelle, das geht so nicht. Das war ein Tag zum Vergessen.“

Selke macht sein Handy aus 

Gleichzeitig warb Selke dafür, nicht alles in Frage zu stellen und stellte sich dabei schützend vor Trainer Pal Dardai: „Wir sollten bloß keine Trainerdiskussion anfangen. Wir Spieler stehen hinter ihm und haben es heute verzockt. Wir brauchen jetzt Ruhe und die Erfahrung von Pal und seinem Team. Sie wissen, was das Beste für uns als Mannschaft ist.“

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Selkes persönliche Taktik gegen den Frust? Soziale Medien meiden. „Bevor die ganzen Experten dort wieder gegen uns schießen, packe ich das Handy jetzt in die Schublade und lasse das zwei Tage sacken. Dann werden wir das gemeinsam aufarbeiten.“

Dardai kündigt Aufarbeitung an

Auch Dardai war bedient. „Wir haben in der ersten Halbzeit viel zu einfach die Gegentore bekommen, den Gegner eingeladen“, ärgerte sich der Chefcoach und erklärte Herthas eigentlichen Matchplan: „Wir wollten RB mit Kontern wehtun. Aber wie wir in der ersten Halbzeit die Tore kassiert haben, das war nicht okay.“

Das schlechte Verteidigen sorgte nach dem 0:5 beim FC Bayern für die  zweite derbe Pleite. Nach sechs Spieltagen hat Hertha nun bereits 18 Tore kassiert. Dardai kämpferisch: „Wir haben uns nach Bayern wieder aufgebaut. Das werden wir auch diesmal tun. Nächste Woche kommt Freiburg. Da müssen wir punkten.“

Sportchef Bobic wird deutlich

Sportchef Fredi Bobic will sich auf eine Trainerdiskussion nicht einlassen: „Diskussionen haben wir ständig. Das wissen wir, wenn du im Tagesgeschäft bist. Da hängst du von Ergebnissen ab. Jetzt war zwei Wochen alles super. Alles super war auch nicht. Aber jetzt ist es eine deftige Niederlage. Wir müssen nicht gleich in Panik verfallen, sondern ganz in Ruhe unseren Job machen.“

Gleichzeitig nahm Bobic nach dem zweiten Debakel in dieser Saison kein Blatt vor den Mund: „Auf dem Platz ist jeder seinen Ansprüchen ganz weit hinterhergehinkt. Wir müssen uns bei unseren Fans für den Auftritt entschuldigen. So einen Auftritt möchte ich in der Form nicht mehr sehen“

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