Kevin-Prince Boateng soll Hertha Montag im Rückspiel beim HSV vor dem Abstieg retten und für mehr offensiven Schwung sorgen. Imago Images/U.Koch/Eibner

Klassenerhalt oder Abstieg? FC Bayern oder SV Sandhausen? Nach Herthas vergeigtem 0:1-Relegationshinspiel gegen den HSV gibt es vorm Rückspiel Montag in Hamburg (20.30 Uhr, Sat.1) ein kleines Fünkchen Glauben, doch noch die Rettung zu schaffen: Kevin-Prince Boateng (35) ist Herthas letzte Hoffnung.

Magath: „Prince ist Finalspieler“

Herthas Trainer Felix Magath verlässt sich auf die Qualitäten von Kevin-Prince Boateng. Foto: City-Press

Das meint zumindest Trainer Felix Magath (68). „Prince ist ein Finalspieler. Der kann so etwas. Deswegen braucht ihn die Mannschaft gegen Hamburg“, kündigte der Coach am Sonntag an. Die Last des Boss-Seins ist jetzt das Schicksal von Boateng.

Im Hinspiel saß er nur auf der Bank, auch beim 1:2 in Dortmund war er nicht in der Startelf, wurde erst in der 88. Minute eingewechselt. Nun soll es der Mittelfeldspieler in der Schlacht um die Bundesliga richten. Magath hat dafür auch seine sportliche Begründung: „Prince soll das Offensivspiel anschieben. Wir haben nun mal keinen Stürmer, der 20 Tore in der Saison gemacht hat. Es gibt keinen mit Torgarantie.“

Boateng: „Meine Karriere habe ich Hertha zu verdanken“

Kevin-Prince Boateng war im Sommer 2021 nach 14 Jahren zu seinem Heimatverein zurückgekehrt. Er wollte als routinierter Leitwolf den Umbruch im Hertha-Team mit einleiten. Damals kündigte er an: „Ich bin in all den Jahren viel rumgekommen und habe viel lernen können, aber all das, meine ganze Karriere, habe ich diesem Verein zu verdanken. Das habe ich nie vergessen, Hertha war immer in meinem Herzen. Hertha BSC ist nicht irgendein Klub für mich. Ich bin hier, um etwas zurückzugeben.“

Montag ist der Tag, an dem Boateng alles zurückgeben kann. Die Skeptiker der Verpflichtung behielten fast über die komplette Saison recht. Führungsspieler, Stratege, Supertechniker und Pusher auf dem Platz – alles ist Boateng. Doch er ist auch älter geworden und machte in seinen 18 Einsätzen nicht ein einziges Spiel über 90 Minuten.

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Boateng ist ein Kämpfer. Nur weil Magath ihn im Endspurt noch mal reaktivierte und Boateng damit Riesenanteil am 1:0 in Augsburg, am 2:0 gegen Stuttgart und dem 1:1 in Bielefeld hatte, war die Relegation überhaupt noch möglich. Boateng quälte sich und seinen Körper noch mal richtig. Montag muss er das in Hamburg wieder tun, um dieser Mannschaft wenigstens etwas Struktur in der Spielanlage zu geben.

Ascacibar als Abräumer

Herthas Santiago Ascacibar hat seine Gelbsperre abgesessen, kann Montag in Hamburg wieder grätschen. Foto: City-Press

Den Rücken dafür wird ihm Vorzeigekämpfer Santiago Ascacibar freihalten, der nach seiner Gelbsperre wieder spielen darf. Der Argentinier ist die zweite Hoffnung. Magath: „Mit Santi hat uns der Mentalitätsspieler im Hinspiel gefehlt. Das Spiel in Hamburg wird mit ihm anders aussehen.“

Für den Trainer-Methusalem gibt es kein Aufgeben. „Im Moment sind wir raus. Wir können nur noch gewinnen. Der HSV steht jetzt unter Druck, die können jetzt was verlieren. Ich bin überzeugt, dass wir den Rückschlag vom Hinspiel wegstecken.“

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