Freut sich über den Derbysieg und sein gelungenes Comeback: Herthas Verteidiger Jordan Torunarigha (23). Foto: City-Press

Zweieinhalb Monate war er zum Zuschauen verdammt. Dann feierte Hertha-Verteidiger Jordan Torunarigha (23) beim 3:1-Derbysieg gegen den 1. FC Union ein ganz starkes Comeback. Vor dem schweren Spiel in Mönchengladbach (Sonnabend, 15.30 Uhr) sorgt Jordan bei Trainer Bruno Labbadia für ein warmes Hertha-Herz. 

„Das war für Jordan ein Kaltstart aus dem Nichts“, erklärt Labbadia und lobt: „Er hat sofort seine Qualität gezeigt.“ Überzeugend im Spielaufbau, robuste Tacklings in der Defensive. Und das nach zweieinhalb Monaten Pause und sieben verpassten Partien. Torunarigha bewies sofort, welchen Wert er unter Labbadia für Hertha besitzt. Das gefiel auch Berlins Bayern-Star Jerome Boateng (32), der Torunarigha für sein starkes Comeback und den Derby-Sieg bei Instagram gratulierte.

Besonders wichtig war Torunarighas Comeback nach Sprunggelenksverletzung und Corona-Infektion, weil sein direkter Konkurrent und bisheriger Vertreter Omar Alderete (23) nach seiner fiesen Hüftprellung beim 0:0 in Leverkusen nicht rechtzeitig fit wurde.

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Labbadia wie Beckenbauer 

Zuvor zeigte der Paraguayer, dass er die sechseinhalb Millionen Euro wert sein kann, die Hertha am letzten Transfer-Tag für ihn als Ersatz für den nach Sevilla abgewanderten Karim Rekik (26) an den FC Basel bezahlte.

Angesprochen auf das Duell der beiden Linksfüße in der Innenverteidigung bläst Labbadia die Backen auf. „Omar und Jordan haben ihre Qualitäten. Das wird ein interessanter Zweikampf“, sagt er nach kurzer Bedenkzeit.

Zwei Kontrahenten auf Augenhöhe, die sich gegenseitig antreiben. Kein Wunder, dass das dem Trainer gefällt. Über das knappe Rennen um den Posten an der Seite von Abwehrchef Dedryck Boyata (30) hält es Herthas Coach wie einst Franz Beckenbauer: „Schau’n mer mal, wie es weitergeht“, sagt Labbadia und stellt klar: „Der Stärkere, der Konstantere wird auf Dauer spielen.“

Lob auch für Dardai 

Den Luxus, den ihm Herthas härtester Wettstreit bietet, freut ihn: „Ich bin froh, dass wir zwei gute Qualitätsspieler haben. Mit Marton Dardai dazu noch einen jungen, hungrigen weiteren Linksfuß. Das gefällt mir.“

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Aber wer hat nun beim schweren Spiel in Mönchengladbach die Nase vorn? Zu Wochenbeginn trainierte Alderete noch individuell. „Wir wollen, dass er wieder so stabil wird, dass es keinen Rückfall gibt. Omar ist aber wieder nah dran“, freut sich Labbadia.

Klingt dennoch ganz danach, als würde Torunarigha erneut in der Startelf stehen. Und hoffentlich wieder für ein warmes Herz bei seinem Trainer sorgen.