Millionen-Geldgeber Lars Windhorst attackiert die neuen Bosse von Hertha BSC scharf. Damit hängt der erst mühsam gekittete Haussegen im Westend mächtig schief.
Millionen-Geldgeber Lars Windhorst attackiert die neuen Bosse von Hertha BSC scharf. Damit hängt der erst mühsam gekittete Haussegen im Westend mächtig schief. imago/Matthias Koch

Jetzt wird es (wieder) schmutzig! Bei Hertha hängt der gerade erst wieder und vor allem mühsam gekittete Haussegen mächtig schief. Nachdem der Klub am Freitag eine detaillierte Stellungnahme von Lars Windhorst zu den Spionage-Vorwürfen und der Diskreditierung von Ex-Präsident Werrner Gegenbauer verlangte, meldet sich der 374-Millionen-Geldgeber nun am Sonnabend zu Wort – und attackiert Hertha BSC scharf.

„Dies alles hat mit Neuanfang und Respekt nichts zu tun“, ärgert sich Windhorst. Die Entscheidung, Berliner Anwälte recherchieren zu lassen, nehme er „zur Kenntnis“. Es sei „extrem bedauerlich“, dass nicht versucht worden sei, im gemeinsamen internen Gespräch offene Fragen zu klären. Windhorst: „Stattdessen wurde wie in der Vergangenheit mit Durchstechereien und Indiskretionen in der Presse gearbeitet.“

Windhorst soll Herthas Ex-Präsident Gegenbauer ausspioniert haben

Was ist passiert? Die Financial Times berichtete am Donnerstag mit Verweis auf Gerichtsakten in Israel, dass Windhorst eine israelische Detektei namens Schibumi beauftragt haben soll, um Ex-Präsident Werner Gegenbauer damals zu diskreditieren. Der Financial Times sollen Dokumente vorliegen, die detailliert zeigen, mit welchen Methoden Gegenbauers Ansehen offenbar systematisch geschadet und auch dessen Umfeld infiltriert werden sollte.

Eine Gerichtssprecherin bestätigte eine Klage von Schibumi gegen Lars Windhorst und Tennor Services Suisse AG über eine Summe von fast fünf Millionen Euro, eingereicht am 6. September. Die Klage wurde am Donnerstag zurückgezogen, weder über den Inhalt der Klage noch über die Gründe des Rückzugs liegen offizielle Stellungnahmen oder Angaben vor. Laut Financial Times ging es in der Klage um ausstehende Zahlungen.

Herthas Aufforderung an Lars Windhorst landet in der Presse

Und Windhorst? Herthas Investor dementiert alles. Der Bericht sei „kompletter Unsinn“. Klar sei dagegen, dass er Gegenbauer aus dem Amt haben wollte. Eine Detektei habe er deswegen aber nicht gebraucht. Und schon gar nicht zu dem Preis. 

Windhorst: „Angesichts der damaligen kritischen Gesamtsituation bei Hertha und einer immer stärkeren Kritik an der Vereinsführung unter den Mitgliedern sind meine öffentlichen Äußerungen auf breiteste Aufmerksamkeit sowohl in den Medien als auch bei den Fans gestoßen. Einer Unterstützung durch eine ausländische Agentur hätte es gar nicht bedurft, erst recht zu dem im Artikel genannten absurden Honorar.“

Vielmehr kontert Windhorst nun. Dass Herthas Aufforderung an Windhorst, der 2019 bei Hertha einstieg und für seine 374 Millionen Euro 64,7 Prozent an der Hertha BSC GmbH & Co. KGaA (nicht am e. V.) hält, nur kurze Zeit später detailliert in den Medien stand, macht dem Finanzjongleur mächtig sauer.

Lars Windhorst attackiert Hertha BSC

Windhorst: „Stattdessen wurde wie in der Vergangenheit mit Durchstechereien und Indiskretionen in der Presse gearbeitet. In einem Schreiben von Präsidium und Aufsichtsrat bin ich gebeten worden, zu dem Artikel in der Financial Times bis Montag Stellung zu nehmen. Kurz danach stand dieser Brief entsprechend aufgebauscht in der Bild-Zeitung. Die Möglichkeit, die in dem Brief gestellte Frage vereinsintern zu beantworten, gab es nicht. Dies alles hat mit Neuanfang und Respekt nichts zu tun.“

Viele offen Fragen, die in den kommenden Tagen und Wochen beantwortet werden sollen. Klar ist aktuell nur: Bei Hertha herrscht mal wieder mächtig Unruhe. Das Spiel gegen die TSG 1899 Hoffenheim (Sonntag, 15.30 Uhr, DAZN) rückt dabei völlig in den Hintergrund. 

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