Herthas Kevin-Prince Boateng hat im Trainingscamp in Kienbaum beste Laune. Er glaubt an eine bessere Saison 2022/23.
Herthas Kevin-Prince Boateng hat im Trainingscamp in Kienbaum beste Laune. Er glaubt an eine bessere Saison 2022/23. City-Press

Entspannt sitzt Herthas Leitwolf Kevin Prince Boateng (35) am idyllischen Seeufer des Olympia-Stützpunkts im weißen Stuhl und ist gut gelaunt. Boss Boateng redet zum ersten Mal nach seiner Vertragsverlängerung über …

… seine Lust zum Weitermachen:

„Ich habe Bock, noch zu spielen. Ich will noch ein bisschen zocken. Ich glaube, das sieht man auch im Training. Ob es dann Minuten werden in der Bundesliga oder nicht, darüber will ich gar nicht reden. Ich will das einfach noch mal mitnehmen. Das letzte Jahr war zu turbulent, war zu viel Action. Ich konnte so nicht aufhören. Nächstes Jahr ist dann aber definitiv Schluss.“

… seine Rolle im Team in der neuen Saison:

„Ich will genau die Rolle wie letztes Jahr. Ich bin da, um zu helfen, der Papa zu sein von den jungen Burschen und dann hoffentlich auf dem Platz zu zeigen, was ich auch in Hamburg gezeigt habe oder auch in ein paar Spielen davor. So viel noch mal reinzuhauen, wie es geht.“

… über den neuen Trainer Sandro Schwarz:

Herthas Kevin Prince Boateng und Trainer Sandro Schwarz (l.) verstehen sich auf Anhieb.
Herthas Kevin Prince Boateng und Trainer Sandro Schwarz (l.) verstehen sich auf Anhieb. dpa/Stache

„Mein Eindruck? Ganz ehrlich: sehr gut. Wir haben uns ja getroffen in Berlin schon. Wir haben uns hingesetzt. Er wollte Eindrücke von mir haben, wie es gelaufen ist. Nach zehn Minuten haben wir verstanden, dass wir beide zusammenarbeiten wollen und dass es zwischen uns sehr viel Energie gibt. Er war sehr positiv, sehr direkt, sehr offen. Das ist genau das, was ich mag. Ich glaube, auch die Mannschaft hat ihn super aufgenommen.“

… über seinen Frust in der vergangenen Saison:

„Ich habe keine Geduld. Die hatte ich nie, die werde ich auch nie haben. Klar gab es Momente, in denen ich explodieren wollte, in denen ich sauer und nicht zufrieden war, wo ich vielleicht verdient gehabt hätte, zu spielen. Aber ich stelle die Mannschaft in den Vordergrund. Beim Relegationshinspiel gegen Hamburg habe ich nicht gespielt. Das war so eine Situation, wo ich alles andere in den Vordergrund gestellt habe, weil wenn nicht, dann hätte ich, glaube ich, die Bank kaputt gehauen. Aber natürlich war ich sauer. Ich wollte keine Unruhe bringen. Weil: Wenn Prince Unruhe bringt, ist das etwas anderes, als wenn jemand anderes mal was sagt.“

… über seine Karriereplanung nach der Saison:

Trainer-Guru Felix Magath (l.) ließ Boateng beim Relegations-Rückspiel in Hamburg (2:0) die Mannschaft aufstellen.
Trainer-Guru Felix Magath (l.) ließ Boateng beim Relegations-Rückspiel in Hamburg (2:0) die Mannschaft aufstellen. dpa/Puchner

„Mein Berater sagt immer, ich wäre der perfekte Trainer. Aber ich sehe mich da noch nicht so. Wie gesagt: Ich habe keine Geduld. Wenn es für meine Mannschaft nicht laufen würde, hätte ich nach 20 Minuten schon drei Wechsel gemacht. Als Trainer brauchst du Geduld. Da muss ich noch ein bisschen wachsen.“

… über seinen Wunsch für die nächste Saison:

„Ich wünsche mir ein bisschen mehr Ruhe – dass wir alle zusammenarbeiten. Es wurde im letzten Jahr viel geredet von der Vergangenheit und was davor war. Wir müssen das Jetzt leben. Wir haben einen neuen Trainer, der frischen Wind mitbringt, und einen neuen Präsidenten, der für mich auch frischen Wind mitbringt. Das sieht man.“

… über seine Fitness mit 35 Jahren:

Herthas Boateng zeigte es beim Klassenerhaltskrimi allen, dass er körperlich noch mithalten kann.
Herthas Boateng zeigte es beim Klassenerhaltskrimi allen, dass er körperlich noch mithalten kann. AFP/Hartmann

„Ich fühle mich unglaublich gut. Ich wiege 84 Kilo, das Gewicht hatte ich zum letzten Mal in Mailand. Vergangenes Jahr waren es 89 Kilo. Ich habe im Urlaub abgenommen, da war ich wohl der Einzige im Team. Das war der Hochzeitsstress und der Umzug. Heiraten ist die beste Diät.“

… über den neuen Präsidenten Kay Bernstein:

„Wir haben uns schon mal unterhalten. Ganz normaler, netter Typ, sieht mir nicht aus wie ein Ultra, aber er hat die Hertha-DNA. Er weiß ganz genau, was es bedeutet, den Verein anzufeuern oder zu probieren, den Verein weiterzubringen.“

Lesen Sie hier mehr über Hertha BSC >>